Mannheim
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  1. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 226 · Dichterblut

    226 Homerisches Gelächter scholl Da in der Tafelrunde: Der fernetreffende Apoll, Er lacht aus vollem Munde. Minervas Eulenauge lachte Es kichert still gnch Here, Dieweil nicht in Gefahr gebracht Zeus' Treue, ihre Ehre. Doch Hebe zittert jäh…

  2. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 227 · Dichterblut

    227 Doch achtundvierzig Tropfen nur Entsteigen jenen Fluthen Und thauen auf die Erdenflur Als Genien des Guten. Sie bringen hohen Himmelsgruß Und tiefe Weisheitskunde, Sie drücken auf den Weihekuß Dem liederreichen Munde. Wenn diese Eden-Fl…

  3. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 228 · Hass und Rache

    Haß rmd Mache. Eine alte und eine neue Geschichte von Peter Smolensky, aus dem Neu-Hebräischen übersetzt von S. Heller. I. Jugend-Ideale. Auch ein Geisterseher vermöchte es nicht, dem Geiste seine Geschichte vorzuspähen. Gegensätze platzen …

  4. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 229 · Hass und Rache

    229 Tügen scheu zurückgewichen, weil er nicht reussirt. Alle aber, die jahraus und jahrein all ihr Sehnen und Trachten immer schattenhafter verdämmern gesehen, blicken mit erneuter Zuversicht auf die Jugend. An der Schwelle des Grabes erwar…

  5. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 230 · Hass und Rache

    230 Tausende von Augen eines absterbenden Geschlechtes nicht, erhoben, das chr seinen Platz einräumt, und geht es einst ohne Wiederkehr, dann werden mit ihm, wenn es dies nicht längst selber gethan, seine Hoffnungen begraben. Wer sind sie, …

  6. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 231 · Hass und Rache

    231 -er Uebergewalt seiner Empfindungen spricht der eine oder -er andere auch ein starkes und übergreifendes Wort. „Ich sage Dir's vor allen Kameraden, das war eine Leistung von Dir! Du! hast wie ein Mann mit Schimpf erwidert, dem, der Dich…

  7. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 232 · Hass und Rache

    232 ist es mir ganz gleichgiltig. Nur eins ist mir bewußt. Das Große, was Menschen für das Allgemeine gethan und weshalb sie zu Berühmtheit gelangt, lag meistens im Anfang gar nicht in ihrer Absicht. Bald wäre es vielleicht vergessen worden…

  8. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 233 · Hass und Rache

    233 vögeln fütterst, so ist auch alle Bemühung, unser Jüdenthum zu Ehren zu bringen, umsonst." „Ist denn unsere Bemühung vergeblich,, die Katze zur Vernunft zu bringen, dann lassen wir sie und gehen unseren Weg," rief einer von den Uebrigen…

  9. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 234 · Hass und Rache

    234 Mäuse sich wehren, dann nehmen die Katzen leichter an, den Mäusen nicht nachzustellen." „Das sind doch alles nur Worte," sagte jetzt einer der Herumsitzenden, ein stattlicher Dreißiger, der längst graduirter Arzt war, an den Studentenve…

  10. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 235 · Hass und Rache

    235 „Nicht wegen unserer Religion, sondern aus Religion. Sie hassen uns, weil sie uns hassen, weil sie's von ihren Altvorderen und diese von den ihrigen gelernt. Sie hassen uns, weil sie wähnen, daß wir ihren Heiland gekreuzigt. Sie feinden…

  11. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 236 · Hass und Rache

    236 werden auf die Straße geworfen und bald ist auch da kein Platz mehr ..." „Spricht er doch heute, wie der gewisse jüdische Schriftsteller," unterbrach einer der Versammelten, „aber noch ist der Feind nicht da und einen Jeremjas brauchen …

  12. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 237 · Hass und Rache

    237 Und noch heute verdient er alle Hochachtung als ein Mann, der frei und selbstständig ohne Ansehen der Person seine Meinungen äußert. Das kommt bei uns höchst selten vor und ich wünschte sehr, zu vemehmen, wie jener Mann gegen- Dich sich…

  13. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 238 · Hass und Rache

    238 sie vollkommen recht. Denn ihre Priester, Kirchenväter, Scholastiker und Baumeister haben den Wissensdrang von jeher eingeschränkt und zum Popanz zu machen gesucht, während uns Erkenntniß immer' zur Pflicht gemacht worden ist. Von Urbeg…

  14. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 239 · Hass und Rache

    239 an den Teufel glauben und ihm Schritt für Schritt nachgehen, heißt sich im Vorhinein verloren geben. Wir werden mit der Behauptung nicht irre gehen, daß der Glaube an die Gerechtigkeit der Menschen und an das Rechtsgefühl des 19. Jahrhu…

  15. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 240 · Hass und Rache

    240 eines langen Geschwätzes müde, „das sind nur Negationen. Was aber positiv thun? Sagte er das?" „Auch danach fragte ich ihn," erwiderte Jakubovicz, „und sein Bescheid .lautete: Lehren läßt sich nur, was nicht geschehen darf. Was wir posi…

  16. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 241 · Hass und Rache

    241 gesehen, oder so lange Du uns nicht in seinem Namen den Beweis geliefert, erschreckst Du uns nicht. Bange machen gilt nicht, wir vermögen eben jenes finstere Unheil nicht zu erkennen." „Ihr verlangt Zeichen und Wunder," rief kopfschütte…

  17. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 242 · Hass und Rache

    242 fließt lange Zeit,, eine unendliche aber, bevor es gelingt, ihr einen einmal angenommenen Wahn zu rauben. Die Zeitungsangriffe haben es richtig schon dahin gebracht, daß das Volk zu glauben beginnt, wir seien aparte Wesen, Schurken, die…

  18. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 243 · Hass und Rache

    243 allem lauten Jammern und trotzdem er ein- und zweimal das Taschentuch in die Augen drückte und doch nicht im Stande war, auch nur einen Thränentropfen den Anwesenden zu entlocken, da, änderte er mit einem Male Ton und Thema und rief lau…

  19. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 244 · Hass und Rache

    244 Wollen zuletzt den Ort reinigen werden, bis auch die Erinnerung daran aufhört, wenn nicht etwa wir selbst die bereits dem Einsturz drohende Scheidewand wieder aufrichten." „Hoch Hagrovicz!" rief es aus vielen Kehlen und die Gläser wurde…

  20. 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 245 · Hass und Rache

    245 Werfen sie Steine auf uns, Mist uns ins Gesicht und Sand in die Augen, daß uns zu entrinnen schwer wird. Die Steine, die der College sieht, sind nicht Trümmer der Scheidewand. Sie steht noch fest, die Steine wurden frisch dazu getragen,…