Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Hass und Rache
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 228 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Haß rmd Mache. Eine alte und eine neue Geschichte von Peter Smolensky, aus dem Neu-Hebräischen übersetzt von S. Heller. I. Jugend-Ideale. Auch ein Geisterseher vermöchte es nicht, dem Geiste seine Geschichte vorzuspähen. Gegensätze platzen auf einander, entfesseln Stürme, gewaltiger, als die die Erde in ihrem Sturmlauf um die Sonne erregt. Wer aber nennt die Anlässe zu diesen mächtigen Bewegungen? Wer kann also den Weg im vorhinein bestimmen, den die menschliche Entwickelung nimmt? Ein neuer Geist war in die studirenden Jünglinge in der Residenz gefahren, ein ihren. Vätern wie kurz zuvor noch ihnen selbst fremder Geist, der sie beseelte. Es waren angehende Heilkünstler, Bautechniker und Recktsbeflissene, bei denen es freilich erst nach Erreichung des Diplomes sich herauszustellen hatte, ob sie einst, statt zu heilen, nicht Unheil stiften sollen, ob das Fundament ihrer Bauten nicht Wind statt festen Bodens, ob der Rechtsversteher nicht ein Rechtsverdreher sein werde. Die Jugend ist das Kleinod und die Hoffnung jedes Volkes; auf die Jugend vertraut das Alter nach verträumtem Dasein und verfehltem Lebensziel. Der wollte eine Leuchte der Nation sein und blieb unbekannt und sieht mit seinem Leben sein Streben verschwinden; jener, der wie ein Heiland in der Jugend seiner glühenden Phantasie Ausdruck gegeben, mußte mit verschlossener Lippe in einem Kerker verschmachten und trauert jetzt über sein versunkenes Ideal. Ein dritter, der, nach Gewalt strebend, gegen die Gewalthaber gedonnert, bis sie ihm richtig den Mund gestopft, ist in seinen alten