Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Hass und Rache
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 244 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Wollen zuletzt den Ort reinigen werden, bis auch die Erinnerung daran aufhört, wenn nicht etwa wir selbst die bereits dem Einsturz drohende Scheidewand wieder aufrichten." „Hoch Hagrovicz!" rief es aus vielen Kehlen und die Gläser wurden fröhlich emporgehoben. Spöttisch sah man auf Jakubovicz, als sei er völlig geschlagen. Dieser blickte finster mit gefalteter Stirir, als dächte er darüber nach, ob er antworten oder schweigen sollte. Als er jedoch den Hohn der Umgebung bemerkte, beherrschte er sich nicht länger und sprach: „Sagt' ich's ja gleich: Blinden helfen nicht Zeichen und Wunder. Dir scheint es also ausgemacht: die Scheidewand ist gefallen und der Wind wird das Weitere thun, den Staub vollständig zu entfernen? Das ist ja die alte Weisheit des Vogels Strauß, der vor den Jägern den Kopf im Sande verbirgt. Nicht ein wahres Wort ist an dem, was Du gesprochen, nichts als Wahnbilder, um Leichtgläubige zu bestricken. Du erinnerst an die Tage, wo man uns zurückstieß, wobei Du vergissest, daß wir damals keine Annäherung wollten. Unsere Alten waren gescheidter als wir und verstanden die Sache besser, denn bei jeder Annäherung wurden sie auf das roheste zurückgewiesen. Darum blieben sie fein sittig zu Hause und legten bei ihrem Volke Ehre ein. Ihren thörichten Nachkommen jedoch fehlte diese Einsicht und sie wurden den Christen ein Hohn, den eigenen Brüdern zum Gespött. Diese Thoren beharren, wie die Juden in der Wüste, darauf, den Berg zu besteigen, wo die fremden Völker wohnen und Tag für Tag werden sie zurückgeschlagen und in die Tiefe hinabgestoßen. Eine Stellung haben sie nicht, denn der Väter Standpunkt haben sie verlassen und ihr eigenes Ziel nicht erreicht. Sie steigen also wieder hinan, um abermals zurückgetrieben zu werden. Und da sagen sie: Die Scheidewand ist gefallen. Etliche Straßenjungen erklettern den Zaun, um Früchte aus einem Obstgarten zu stehlen und halten sich selbst für Eigenthümer des Gartens. Erwischt er sie aber, bricht er ihnen den Hals. Als Straßenjungen, die sich erstechen, in stemdem Garten Obst zu stehlen, gelten wir den Christen. Noch fiel die Scheidewand nicht, die Gartenwüchter brachten Steine und Sandgerölle zur Verstärkung und Umwallung des Zaunes. Wagt sich einer von uns an den Zaun, danN