Mannheim
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19261929
  1. 1927-01-01 · Heft 4 · page 47

    entbrennen, um dennoch ahasverisch durch alles Einzelne hindurchzurasen, sich in keinem beruhigen, keines in sich selbst genießen zu können : dieser Rhythmus des ewigen Don Juan, des ewig erotisch Entflammten, den nur der göttlich erlösende…

  2. 1927-01-01 · Heft 4 · page 48

    nisvollen, tragenden, vom männlichen Gesetz verhehlten Daseinsmächte die für Leben und Wirklichkeit entscheidenden waren, zum Quell letzter Erschließung werden. Und wenn Hegel selbst das weibliche Prinzip der Einzelnheit „die ewige Ironie d…

  3. 1927-01-01 · Heft 4 · page 49

    keit ist in der irdischen Frau nur symbolisch dargestellt zugleich und wirklich angelegt. Darum fordern auch die Romantiker unablässig von der wirklichen Frau, daß sie ihrer Vollendung entgegenreife, daß sie sich zu dem vollende, was sie is…

  4. 1927-01-01 · Heft 4 · page 50

    in seinen unterirdischen Höhlen mit allen Fabelschätzen und Feenbildern und schöpferischen Wunderlampen aus. Nie zuvor und nie wieder war das Leben des Einzelnen selbst in solchem Maß Träger und Verwirklicher aller Werte wie in dem Frauenid…

  5. 1927-01-01 · Heft 4 · page 51

    JOSEPH WITTIG DAS GEHEIMNIS DES „UND44 Als wir im ersten Schuljahr lernen mußten, daß 1 + 1=2 ist, mußten wir es wirklich lernen, und keiner von uns kann unter Eid aussagen, daß er ganz allein darauf gekommen wäre. Es war uns nicht von selb…

  6. 1927-01-01 · Heft 4 · page 52

    auf die erste 1 und tippte mit dem Zeigefinger seiner rechten Hand auf den Daumen seiner linken Hand, sah dann auf das + und tippte auf den linken Zeigefinger, sah endlich auf die zweite 1 und tippte auf den zugehörigen Mittelfinger; denn s…

  7. 1927-01-01 · Heft 4 · page 53

    es dann wieder ganz die gleichen Einsen seien. Wenn wir uns trennten, mein Weib und ich, wir wären nie die gleichen Einsen wie vor der Hochzeit; wir hätten aus der Zwei etwas mitgenommen, was wir vorher nicht hatten.46 Er sagte dies alles n…

  8. 1927-01-01 · Heft 4 · page 54

    Studenten, der „Gebildetenseelsorge44, den „akademischen Gottesdiensten" usw., und von den Pflichten der Studenten gegen die Kirche, diese ehrwürdig alte Hüterin und Pflegerin der Wissenschaft und ewig junge Umwerberin junger Menschenseelen…

  9. 1927-01-01 · Heft 4 · page 55

    …n allem, was nicht mehr in Gottes Schöpferhänden ist, sondern herausfiel. Ich habe unterdessen das Buch meines Freundes Martin Buber „Ich und Du" gelesen und fühle mich dadurch bestärkt, die Torheit meines Schulkameraden als Weisheit zu verkündigen. Da…

  10. 1927-01-01 · Heft 4 · page 56

    unterschied von allen anderen Bäumen, die ich in der Botanik ganz genau kennengelernt hatte; auch von denen, an denen ich ohne das „Du" vorbeigegangen war. Wenn er auch immer wieder in die „Es"-Welt zurücktrat, so daß ich ihn nun auch wisse…

  11. 1927-01-01 · Heft 4 · page 57

    oder Staat ist, wenn es also kein Herüber- und Hinüber-Du gibt und wenn er dazu nicht einmal die zuhörenden Studenten anredet - ich denke da nicht an das kathederübliche „Meine Herren!64, sondern an das Anreden mit jedem Satz und jedem Herz…

  12. 1927-01-01 · Heft 4 · page 58

    ERNST MICHEL KATHOLISCHE ARBEITER VOR DER SOZIALISTISCHEN BEWEGUNG Bericht aus einem Arbeitskreis Die folgende Darbietung ist das zusammengefaßte Ergebnis mehrerer Aussprachen mit einem kleinen Kreis katholischer Arbeiter, meist aus den chr…

  13. 1927-01-01 · Heft 4 · page 59

    geistige Besinnung heilend nur wirken, wenn sie sich an Fragen bewährt und von ihnen begrenzen läßt, die ihm wirklich auf den Nägeln brennen, die er sich freilich meist nicht eingestehen will. Mag so infolge der gebotenen Rücksichtnahme vie…

  14. 1927-01-01 · Heft 4 · page 60

    Und ohne schon hier auf das heutige Geltungsmaß der bisherigen kirchlichen Verurteilungen und Verbote eingehen zu müssen, dürfen wir sagen: die gemeinsamen öffentlichen Nöte inmitten einer allseitig brüchigen und krisenhaften Gesamtordnung …

  15. 1927-01-01 · Heft 4 · page 61

    offenen Anschluß praktisch gelöst worden ist. Wir können des Beispiels jener evangelischen Christen nicht entbehren, bei denen sich diese Lösung als das Ergebnis ernster christlicher Prüfung, als „Glaube, der in der Liebe tätig ist", bezeug…

  16. 1927-01-01 · Heft 4 · page 62

    ohne weiteres dem Primat kirchenpolitischer Forderungen weichen könne, ferner, daß - entgegen der allgemeinen Meinung und Praxis - weder mit dem stoisch-thomistischen Naturrecht, auch wenn es, formal wie es ist, den veränderten geschichtlic…

  17. 1927-01-01 · Heft 4 · page 63

    Wirklichkeit des Menschen, und ohne Wiederverbindung mit ihr im Glauben, ohne ihre liebeskräftige menschliche Erschließung in alle Bereiche der Schöpfung hinein - Nikolaj Berdjajew nennt dieses die christologische Vollmacht des Menschen - i…

  18. 1927-01-01 · Heft 4 · page 64

    stitution, sondern den Christen aufgegeben: ihnen nicht als spezifisch kirchlichen Organen, sondern in der Totalität ihres Menschentums, kraft ihrer Gliedschaft in Schöpfung und Erlösung. Die Kirche aber ist nach Sein und Wirken Offenbarung…

  19. 1927-01-01 · Heft 4 · page 65

    Weit unmittelbarer geht uns hier ein anderer Fall an: der Anspruch der Kirche, über ihre kirchlich-geistliche Souveränität hinaus das geistige Lehr- und Richteramt über die Grundgesetze und Grundwahrheiten des gesehöpflichen Lebens, des Ind…

  20. 1927-01-01 · Heft 4 · page 66

    Wir nehmen diesen Anspruch als gegeben. Aber wir wollen versuchen, seine Wirkungsgrenzen für unsere konkrete Situation festzustellen. Diese Begrenzung liegt, zentral gesehen, darin, daß derart ja die Bewegungen, Geschehnisse, Bildungen und …