Mannheim
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19261929
  1. 1927-01-01 · Heft 4 · page 67

    Kirche in einer andersartigen Situation. Der Kapitalismus ist ein von dämonischen Mächten beherrschter Gesellschaftszustand, praktische Auswirkung eines gesellschaftlichen Sündenfalles der Wirtschaft in alle öffentlichen Ordnungen hinein. M…

  2. 1927-01-01 · Heft 4 · page 68

    dringt hier also auch nicht zum Kern vor. Es berührt merkwürdig, daß die kirchliche Moraltheologie von heute nur den individualistisch-naturrechtlichen Begriff der privaten Sünde kennt und demgemäß auch nicht sieht, daß der Kapitalismus ein…

  3. 1927-01-01 · Heft 4 · page 69

    Missionierung von außen her, d. h. ohne wirkliche Notgemeinschaft zugleich, erwies sich die sozialistische Arbeiterschaft als immun. Die Antwort der deutschen Katholiken auf die soziale Frage, der sie ziemlich früh schon zu begegnen suchten…

  4. 1927-01-01 · Heft 4 · page 70

    Verantwortung ihrer geschichtlichen Aufgabe und zum Einsatz der aus dem Glauben geborenen Heilungs- und Wandlungskräfte der Liebe inmitten der Bewegung. Denn dieses Einsatzes des Glaubens und der Werke des Glaubens bedarf die Arbeiterbewegu…

  5. 1927-01-01 · Heft 4 · page 71

    men wird; vorwiegend aber ist die Haltung der Kirche heute von seelsorgerischen oder kirchenpolitischen Gründen bestimmt: weil die sozialistische Arbeiterschaft zum größten Teil antiehristlich eingestellt ist, gilt sie als Gefahrenherd für …

  6. 1927-01-01 · Heft 4 · page 72

    Es ist also heute für die Entscheidung der Frage nach dem möglichen Anschluß des Katholiken an die sozialistische Bewegung noch ein anderes - nicht minder christliches - Forum zuständig, als das lehramtliche und seelsorgerliche der Kirche, …

  7. 1927-01-01 · Heft 4 · page 73

    sierung des Christentums wäre ebenso falsch, wie die Verkirchlichung der Sozialbereiche, wie etwa die Behauptung, es gäbe ein kirchliches praktisches Sozialprogramm, das für den Katholiken bindend wäre. (Die naturrechtlichen Prinzipien, an …

  8. 1927-01-01 · Heft 4 · page 74

    ERNST SIMON DAS WERTURTEIL IM GESCHICHTSUNTERRICHT Der Lehrer Der junge Lehrer steht vor der Klasse. Er soll Geschichte unterrichte…

  9. 1927-01-01 · Heft 4 · page 75

    oder Ruhrkrieg? Ostpolitik oder Eintritt in den Völkerbund? Schutzzoll oder Freihandel? Weltliche Schule oder Konkordat? All diese Fragen, oder doch die Mehrzahl von ihnen, treten dem jungen Historiker nun auch in vergangenen Jahrhunderten …

  10. 1927-01-01 · Heft 4 · page 76

    oder wertungsmäßig, wenn auch nicht inhaltlich, nahegebracht wurden und zwar den meisten unter ihnen in ganz verschiedener Weise. Da sitzen Proletarierkinder neben Beamtenkindern, solche, die zum erstenmal in ihrer Familie „höhere Schüler46…

  11. 1927-01-01 · Heft 4 · page 77

    drückt, Psychologie des Ich und Soziologie des Ich getrieben haben. Wir sind nicht der Meinung, daß dies einzig auf dem Wege geschehen kann, den Freud für die Seelenkunde und den Marx für die Gesellschaftskunde gewiesen hat. Die Psychoanaly…

  12. 1927-01-01 · Heft 4 · page 78

    Wirklichkeit aber nur der platten, gleichsam eindimensionalen eigenen „Erfahrung44 gerecht wird und in seinem Planen Heiligsprechen der Triebe das Gegenteil der Kultur bedeutet, die ja immer Bewältigung - wenn auch noch nicht notwendigerwei…

  13. 1927-01-01 · Heft 4 · page 79

    zösischen Revolution64 nicht etwa verarmt war, sondern sich deutlich kräftigte und eben deshalb zur politischen Macht drängte), oder finden sich marxistische Ideen und die Ausdehnung des Industrieproletariats, dann ist der Tunnel gleichsam …

  14. 1927-01-01 · Heft 4 · page 80

    Frieden willst, bereite den Frieden! - und zwar dort, von wo aus es einzig werden kann, wie alles Menschliche: in den Menschen, Freilich darf diese Aufgabe, an der sich Lehrer sehr verschiedener Parteirichtung beteiligen könnten, nicht mit …

  15. 1927-01-01 · Heft 4 · page 81

    Rathenaus Beziehungen zu seinen Berufsgenossen!). Der Lehrer soll nun von diesem Vorrecht weitgehenden geistigen Gebrauch machen, wie wir das eben andeuteten, aber er soll niemanden schelten, der dieses Vorrecht nicht besitzt und aus diesem…

  16. 1927-01-01 · Heft 4 · page 82

    seits nicht auch an simultanen Schulen unterrichten könnten — unter welchen Bedingungen, werden wir noch erörtern nur eine Bekenntnisschule fremder Art wird ihnen verschlossen sein. Die Wertfrage ist aber auch für die Bekenntnisschulen nich…

  17. 1927-01-01 · Heft 4 · page 83

    zwei Menschen, nämlich, daß der andere nicht lügt, und man wird das noch so hohe Ziel, um dessen Willen die Wahrheit zurückzutreten habe, doch nicht mehr auf diesem Wege erreichen wollen. Dies aber heißt nicht, daß es kein Geheimnis gebe: e…

  18. 1927-01-01 · Heft 4 · page 84

    tief resignierten Kräften bestehen. Auf der anderen Seite verlangt dieses Minimum keinesfalls eine restlose oder nur mehrheitsteilige Bejahung der heutigen Gesellschaftsordnung. Wer die verlangt, verkennt eine der wichtigsten Eigenschaften …

  19. 1927-01-01 · Heft 4 · page 85

    …stimmt ist. Diese Haltung, die persönlich sehr liebenswert sein kann, wenn sie wirkliche echte Tragik ist, wie etwa bei Max Weber, und kein Dogma der Unentschiedenheit wie bei vielen jüngeren Menschen, stammt aus dem erkenntnistheoretischen Idealism…

  20. 1927-01-01 · Heft 4 · page 86

    das, was hinter ihm stand, die „Erscheinung46 der Dinge wichtiger als die „Dinge an sich". Jenem Entschiedenen ist seine Wahrheit kein verschleiertes Bild, sondern ein fernleuchtendes Licht, das man gleichfalls nicht schon in der Hand hält,…