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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 4 · page 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 4
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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stitution, sondern den Christen aufgegeben: ihnen nicht als spezifisch kirchlichen Organen, sondern in der Totalität ihres Menschentums, kraft ihrer Gliedschaft in Schöpfung und Erlösung. Die Kirche aber ist nach Sein und Wirken Offenbarungs- und Gnadengemeinschaft, sie ist zwar in der Welt, aber nicht „von dieser Welt"; sie ist nicht geschaffen, sondern gestiftet, sie ist nicht wie die Christen des Schöpfungscharakters und der kreatürlichen Verantwortung aus dem Mitteninne des Gesetzesreiches teilhaftig. An diese kreatürliche Gebundenheit aber ist das heilende und erneuernde Wirken der Kirche in der geschichthch-geschöpflichen Welt und die Vollmacht dazu geknüpft. Dieses Wirken hat also zu Verantwortungsträgern nicht die spezifisch kirchlichen Organe, sondern Christen, deren besonderer christlicher Auftrag somit die „Weltform der Kirche" ist: zu tun nämlich jeweils das eine, was not tut. 3. Wo begegnet uns heute das unmittelbare Eingreifen der Kirche in die Welt? Wir können hier jenen Sonderfall der unmittelbaren Abwehr weltlicher Gewalten, die Existenz und kirchliches Wirken der Kirche gefährden, samt der Mittel und Wege zur äußeren Sicherung ihrer Existenz rasch übergehen. Dieses Kapitel weltlicher Kirchenpolitik, das die Kirche seit Gregor VII. an Stelle der weltlichen Anwälte fast ganz in eigene Regie übernommen hat und bis heute aufrecht erhält, geht uns in einem anderen Zusammenhang dringlicher an als hier: in den Konfliktsfällen nämlich, wo wir von der Kirche zu Vollstreckern solcher weltlichen Kirchenpolitik oder zur Unterwerfung unter sie aufgerufen werden, unsere Verantwortung aber für diese weltlichen Mächte gerade nach dem Weltwirken aus den geistlichen Kräften der Kirche verlangt. Im Schulkampf ist dieser Konflikt in einigen jüngst hervorgetreten. Haben wir oben auf die Gefahren hingewiesen, die sich einstellen, wenn die geistliche Kirche ihren unmittelbaren inneren Wirkbereich überschreitet und versucht, eine geistliche Herrschaft über weltliche Gebiete aufzurichten, so liegt die Gefahr hier in dem Beginnen der Kirche, einen weltlich gearteten Kampf mit weltlichen Mächten im Namen der geistlichen Kirche zu führen. Diese weltliche Kirchenpolitik der Sicherungen hat natürlich ihre Rückwirkungen auch auf Struktur und Leben des innerkirchlichen Raumes. Es genügt uns jedoch vorläufig, diese Frage hier wenigstens in den Gesichtskreis gerückt zu haben. 432

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