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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 1 · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 1
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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stände innerhalb Vier Kreatur. Sie zeigen Gestalten, unter denen jene Menschen die Beistände gesehen, vermutet oder erhofft haben. Selbst wenn es das Bild Gottes sein soll - Gott ist der Kreator, der Gottesbegriff und das Bild Gottes ist Kreatur und gehört zur Fülle des Sechstagevverkes. Und mögen auch die Beistände kommen, woher immer der Glaube sie kommen sieht, sie können doch nur kommen durch die Kreatur, durch ein sich ihnen öffnendes Tor der Kreatur, unter Bewegung der Kreatur. Kurz und gut, ich hätte gern eine solche Gestalt über meiner Haustür gesehen, eine Gestalt, unter der ich selber oder unter der irgendein anderer Mensch einen Beistand erfahren hätte. Ein Wanderstab, der mich schon einmal auf Fahrten begleitet, gestützt oder gar gerettet oder der irgendeinem anderen Menschen diesen Dienst erwiesen hat, ist mir lieber al^ einer, den ich erst im Laden kaufen muß. Ich ließ die Nische bauen und kümmerte mich zunächst wenig darum, wessen Bild sie bergen solle. Sowie ich unter dem Dach zwischen den Balken viele Winkelehen bereitete, ohne mich viel darum zu kümmern, welches Schwalbenpaar dort sein Nestlein bauen werde. Die Schwalben werden schon kommen, pfeifen kann ich ihnen nicht, aber ich pfeife auch nicht darauf, ich möchte gar zu gern, daß sie kämen. Ich wartete nicht den Abend ab, sondern ging in den Busch, ais der Nachmittag gar zu wunderselig wurde - es gibt eine solche Stunde, in der sich der Nachmittag geradezu verklärt. Traf im Busch die beerensaminelnden Frauen. Viele Beeren hatten sie nicht gefunden, ich sah in ihre Krüglein und Kännlein. Aber ihre Gesichter waren voll Findeseligkeit und ibr Mund war schon halb geöffnet zu dem Worte: „Du, wir haben etwas gefunden!" ,,Wohl ein Vogelnest?", erwiderte ich, denn es war eine dabei, die durch nichts so selig aufleuchten kann wie durch den Anblick einer Wiege - ach, Kinderwagen muß ich jetzt sogar schon in meiner Heimat sagen - oder eines Vogelnestes. „Nein, nein! Es ist eine Marienstatue, aus Holz geschnitzt und wohl sehr alt." Mein erster Gedanke war, die Statue muß am Fundort bleiben und dort geziemend aufgestellt werden. Aus o O weiter Ferne meldete sich freilich auch bald der Gedanke an die Wandnische meines Hauses. Ich ging ganz freudenerfüllt mit an den Fundort und sah dort unter altem Blechgerümpel eine sehr fein geschnitzte, wenn auch stark beschädigte Immaculata-Madonna aus der Zeit des Hochbarocks. „Wie geschaffen für meine Wandnische!" rief ich aus, nahm das 31

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