Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 2 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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verborgen sind, wie in dem langen Berichte, und ich habe mir immer glühend gewünscht, der Evangelist hätte lieber aus dem langen Bericht einen einzigen Satz und aus dem kurzen Satz einen langen Bericht gemacht, denn der kurze Satz enthält das wunderbare Kapitel von den Beiständen. Es geht mir nun aber geradeso wie dem Evangelisten: Das Kapitel von den Widerständen konnte ich ausführlich behandeln; das Kapitel von den Beiständen will gar nicht recht über die Überschrift hinaus. Es gehört aber auch zu der neuen Schule, zur Lehre und zur Schau des Sechstagewerkes Gottes. Wollte ich es ausführlich behandeln, so müßte ich vieles aus dem Kapitel von den Widerständen wiederholen. Das Verhalten der Menschen und ihrer Wissenschaft gegen die iders fände ähnelt nämlich in vielem dem gegen die Beistände. as jene tun, rechnet der Mensch gewöhnlich dem Material oder dem Versehen des eigenen Geistes zur Schuld an; was diese tun, schreibt er gern dem ..Glück" oder dem Scharfsinn seines eigenen Geistes zu. Dort und hier das gleiche Bestreben des Menschen, außer sich und dem Material, zu dem er auch seinesgleichen als „Mensehenmaterial" rechnet, nichts Geschaffenes anzuerkennen. Darum vergißt er am liebsten sowohl Widerstände wie Beistände, sobald ihre Offenbarung vorüber ist, besonders aber die Beistände. Es ärgert ihn, daß da noch etwas ist, was von seinem Willen nicht abhängig ist, selbst dann, wenn es sich freundlich zu ihm gestellt hat. Oder er tut auch hier alles in den weiten Sack der Selbstverständlichkeiten, oder wenn er einen Dank hat, so richtet er ihn an seinen oder anderer Menschen Erfindungsgeist. 7 ~ O Es gibt freilich auch hier Ausnahmen. Ich kannte einen Mann, der sich dankbar von lauter Beiständen umgeben sah. Noch ehe er eine Arbeit begann, werden ihm die Hilfsmittel und Materialien zugespielt, meist ganz wundersam passend. Erfand eine Schraubenmutter auf der Landstraße; sein nächster Gedanke war: „Da wird mir wohl daheim eine fehlen!" Daheim kam ihm schon seine Frau entgegen: „Wir mußten aufhören zu dreschen, weil an der Dreschmaschine eine Mutter losgegangen ist und nicht mehr zu finden war." Er nahm seinen Fund aus der Tasche: Die gefundene Mutter paßte genau zu der verwaisten Schraube! Ich sprach zu ihm: „Sie haben Glück." Er lächelte bloß. Oder er hatte sehen eine Arbeit begonnen; es fehlte ihm aber ein bestimmtes Stück Holz. Ich wollte schon sagen, daß ich in die Stadt gehen werde, um das Fehlende zu kaufen. „Ach nein," meinte er, „es wird schon so was im Hause sein." Er ging hinaus; seine •">-' — *