Mannheim
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  1. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 75

    Das Buch. Koheletl1. 327 fangt dann der Mensen an? Und die Antwort: Der Mensch fängt bei seinem Herzen an! Fassen wir die Tendenz unserer angeführten drei Sätze zusammen, so lautet diese: Einheit im Gesellschaftsleben. Einheit im Staatslebe…

  2. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 76

    328 Die große Zeit. Die große Zeit. Von Dr. Joseph Carlebach. Wir leben in einer großen Zeit, so hört man aus jedem Munde. Und es ist keine leere Phrase. Aber das Große ist nicht d…

  3. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 77

    Die große Zeit. 329 geschichtlicher Entwickelung gelernt hat, sich den Gesetzen und seinen Organen unterzuordnen. Wieviel ist nicht gespöttelt und gewitzelt worden über die eiserne Disziplin und Zucht der Deutschen, die um keine Individuali…

  4. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 78

    330 Die große Zeit. allgemeingültigen Vorschrift sich zu beugen. Das ist es, was die Bekenner anderer Glaubensformen uns vorwerfen, das, weshalb man das Judentum hat umgestalten wollen. Frei sollte das religiöse Ich sich ausleben, sich selb…

  5. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 79

    Die große Zeit. 33* Frist Hingabe und Verzicht; er wiederholt seine Forderung an unsere sittliche Tatkraft immer wieder und läßt uns nicht zur Ruhe kommen. Wie schrecklich haben uns diejenigen geschadet, die sich die Kraft zumaßten, zu bind…

  6. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 80

    332 Die große Zeit. auszugestalten wie ein anderes, — wir als Deutsche wollen ein! deutsches Kleid, wollen deutsche Erzeugnisse, deutsche j Geisteswerke als für uns allein gültig und wertvoll ansehen. Wir empfanden es als Schmach, daß wir, …

  7. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 81

    sa Die große Zeit. 333 lassen, die in ihrem religiösen Leben und Glaubens System keinen Sinn und keine Bedeutung hat. Und wundervolle altjüdische Bräuche, in denen die Volksseele feinste Regungen zum Ausdruck gebracht, wie der weißlinnene S…

  8. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 82

    334 Die große Zeit. so auch keine Religiosität, keine Tugend, keine Gottesliebe. Mit deinem ganzen Kerzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen! so lautet die Forderang auch für beute. Und so du glaubst, die Mächte des Mat…

  9. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 1

    fi uv* und £eben i'm Tudentura, Herausgeber: f ־tnfiaft: Der Krieg und die TOoral. J.UDoblgemutb• Zur Deszendenztheorie .0. UJolfsberg. Die biblisdje Oorschrift über 1DilitärpfIid)t und Kriegsfubrung ... LRosentbal. Zur Grkennung oon Gelati…

  10. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 2

    FOr die Inserate ist die Redaktion nicht verantwortlich. — Nachprüfung in heziig auf religionsgesetzliche Zuverlässigkeit ist ausschließlich Sache der Leser. Die VICTORIA zu BERLIN Allgemeine Versicherungs-Äctien-Gesellschaft in den letzten…

  11. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 3

    Tescfjurun 1. Jahrgang. Oktober 1914 Tischri 5675 Heft 10. Der Krieg und die Moral. Von Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Von einem geistvollen, sehr gelehrten Manne, einem bedeutenden Ästhetiker und großen Idealisten ist der Satz geprägt worden: …

  12. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 4

    336 Der Krieg ־and die Moral. Einschärfung, und Mahnungen zur Sittlichkeit sind dann nicht viel mehr wert als das Dreschen von leerem Stroh. Merkwürdig, daß die Künder dieser These nicht gesehen, daß sie damit auf die antike Stufe zurückgef…

  13. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 5

    337 Der Krieg und die Moral. Schmerzen, verderben in Not und Elend. Und doch zerreißt uns das alles nicht so sehr das Herz. Wissen wir doch, daß sie alle um einer erhabenen Idee willen dies erdulden, um der Verteidigung des Vaterlandes will…

  14. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 6

    338 Der Kjieg und die Moral. Wie die sittlich hoch stehenden Menschen heute über den Krieg denken, so zeigt sich uns auch die Bibel. Kein Krieg um des Krieges willen, keine Lust am Losschlagen, das!Reden von einem frischen, fröhlichen Krieg…

  15. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 7

    Der Krieg und die Moral. 339 unserer Meinung nach die Bibel das rechte und für alle Zeiten gültige Wort gesprochen. In dem großen Sündenregister der Völker, das Amos an die Spitze seiner Prophetieen stellt, läßt er sich also vernehmen: ״Weg…

  16. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 8

    340 Der Krieg und die Moral. uns in den Büchern der ersten Propheten vorliegt, bestätigt diese Wahrnehmung. Zwar: Erbarmungslos wird der Vernichtungskrieg beim Einzug in das heilige Land geführt. Die Urbevölkerung sollte völlig verschwinden…

  17. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 9

    341 Der Krieg und die Moral. gehauenen Daumen und großen Zehen lasen unter meinem Tische Brocken auf, wie ich getan habe, so vergilt mir Gott!“ (Richter 1,7). Es war demnach ein Akt vergeltender Gerechtigkeit, ein kleiner Versuch, die Freve…

  18. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 10

    342 Der Krieg und die Moral. Hanotaux, um nur unter den Ministern, Gelehrten und Schriftsteilem französische Koryphäen zu nennen, durch ihre Beschönigung, Billigung und Anfeuerung zu Mitschuldigen der Greueltaten gemacht. Aber was nur immer…

  19. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 11

    Der Krieg und die Moral. 343 besonders charakteristisch. Der Entrüstungssturm aus Anlaß der angeblichen Zerstörung der Kathedrale von Reims. Da haben die geistigen Führer, die Elite der kultivierten Menschheit es an Schmähungen der Deutsche…

  20. 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 12

    344 Der Krieg und die Moral. hetzung durch den Verleumdungsfeldzug der Nachrichtenübermittelung unserer Feinde. Aber wenn man das alles abzieht, dann bleibt noch so viel sittlich Häßliches, daß dem Redlichdenkenden der Ekel aufsteigt über s…