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Jeschurun · 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 8-9 (August 1914)
Date
1914-08-01
Page
– (sequence 76)
Language
German
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328 Die große Zeit. Die große Zeit. Von Dr. Joseph Carlebach. Wir leben in einer großen Zeit, so hört man aus jedem Munde. Und es ist keine leere Phrase. Aber das Große ist nicht das politisch Bedeutungsvolle. Es ist nicht das Eingen der Mächte an sich, nicht die Tragweite der einzelnen Ent- Scheidungen, nicht der gewaltige Feuerbrand, in den wir voll tiefer Ergriffenheit Welten untergehen sehen. Das Große liegt hinter den äußeren Vorgängen, — liegt in den moralischseelischen Momenten, die in den Ereignissen nur sich projizieren und sichtbar machen und zu realen Gewalten sich verdichten. In dem Gefühl für dieses Große, in der bewundernden Anerkennung seiner Kraft und seines Wesens sind wir alle einig. Eine Diskussion über seinen Wert gibt es nicht. Still״ schweigend beugt sich jeder vor seiner Macht. Darum ist es wohl der Mühe wert, im einzelnen die Züge dieses hinter den Dingen verschleiert liegenden Seins, dieser moralischen Triebkraft eines ganzen Volkes näher auszumalen, sich Bechenschaft darüber abzulegen, was die letzten Ursachen solch einzigartiger innerer Erhebung und solch großartiger Leistungen sind. Weil eben sonst über Gut und Böse, über die höchsten Formen und Mittel seelischer Vollkommenheit und Vervollkommnung so viel Verschiedenheit der Ansichten herrscht, so ist eine solche Betrachtung um so bedeutsamer, als hier gewissermaßen der einzelne wie die Gesamtheit ihr tiefstes Ich selbst verraten und bloßgelegt haben, als hier eine allgemeine Übereinstimmung der Geister erreicht ist, die sonst die mannigfachen Strebungen und Strömungen des Tages verdunkeln und verwirren, die sonst zu erweisen nicht leicht fällt. Da ist nun das Erste, was die letzten Stunden allen erwiesen haben: die Bedeutung des Gehorsams. Die Deutschen haben gehorchen gelernt, das macht sie unüberwindlich. Wenn wir uns mit unseren Feinden vergleichen, dann können wir sagen: Wir sind das Volk des Gesetzes, das in langer Völker-

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