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Jeschurun · 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 8-9 (August 1914)
Date
1914-08-01
Page
– (sequence 75)
Language
German
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Das Buch. Koheletl1. 327 fangt dann der Mensen an? Und die Antwort: Der Mensch fängt bei seinem Herzen an! Fassen wir die Tendenz unserer angeführten drei Sätze zusammen, so lautet diese: Einheit im Gesellschaftsleben. Einheit im Staatsleben und Einheit im Menschen selbst. Und diese Sätze stehen nicht am Anfänge oder Ende des Buches, sondern sie stehen in der Mitte. Mitten im Buche, das ist mitten im Kampfe zwischen all den aufeinander stürmenden Gegensätzen, im Kampfe zwischen Leben und Tod, zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Nichtigkeit und Ewigkeit, da, mitten in einer Welt von Zweifeln steht ein Denker und kämpft um die Welt, die er im Herzen trägt. Gott hat ihm diese Welt ins Herz gelegt, und sie muß einheitlich wahr sein und muß trotz all den sie umgebenden Nichtigkeiten Ewiges enthalten: denn Gott ist einzig, wahr und ewig. Um die Anerkennung der Gottes Wahrheit und der Heiligkeit des Gottesgebotes auf Erden handelt es sich. Für diese tritt der Herold auf den Plan. Dies höchste Gut der Menschheit hält er hoch als die Trophäe, die zu erkämpfen und zu ersiegen ist. Er besitzt fast übermenschlichen Mut. Er ruft seine Worte hinein in die Höllen der Weltlust und des Welten- Jammers, er ruft es hinab in die Grüfte der Unterwelt, er ruft all die finsteren Mächte des Zweifels, der Leugnung und des Vergessens in die Schranken, und er selbst leiht ihnen und schärft ihnen die Waffen. Sie sollen kämpfen, unterliegen und der hocherhobenen Trophäe huldigen. Dann — am Ende — tritt dieser Herold hervor und verkündet es: der Schlußsatz, der alles enthält, lautet: ״Es ist ein Gott, Ihn sollst du ehrfürchten und seine Gebote sollst du treu bewahren, denn dies ist der ganze Mensch!“

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