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Jeschurun · 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 10 (Oktober 1914)
Date
1914-10-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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340 Der Krieg und die Moral. uns in den Büchern der ersten Propheten vorliegt, bestätigt diese Wahrnehmung. Zwar: Erbarmungslos wird der Vernichtungskrieg beim Einzug in das heilige Land geführt. Die Urbevölkerung sollte völlig verschwinden, damit die Möglichkeit geschaffen werde für den Aufbau eines auf Sitten- und Glaubensreinheit beruhenden Staatswesens. Es wird als eine göttliche Fügung angesehen, daß die eingeborene Bevölkerung solch erbitterten Widerstand leistete. ״Denn von Gott war es so gefügt, daß er ihren Sinn verhärtete, so daß sie sich auf den Krieg mit Israel einließen, damit man ohne Gnade den Bann an ihnen vollstrecke und sie ausrotten könne, wie Gott Mose befohlen hatte“ (Jos. 11, 20). Mit eiserner Strenge wird auch später oft der Krieg geführt und nach einem solchen Entscheidungskampf gegen den Erbfeind jeder dritte Mann niedergemacht (II. Sam. 8, 2). Und in den Kämpfen der Kronprätendenten um die Herrschaff zur Zeit der Dichter und später im Reiche Israel, da werden ganze Geschlechter bis auf das letzte Glied vertilgt. Aber nirgends finden wir Mißhandlungen, Folterungen und Verstümmelungen, wie wir sie in unserem zwanzigsten Jahrhundert von der Seite derer erlebt, die sich die berufenen Hüter der Zivilisation nennen. Die eine Stelle II. Sam. 12, 31 ואח העם אשר בה הוציא וישם במגרה יבהריצי הברזל ובמגזר וה הברזל והעביר ארחם במלבן ובן יעשה לבל ערי בני עמון, die manchmal so aufgefaßt wurde, daß sie die qualvolle Tötung der Einwohnerschaft einer eroberten Stadt schilderte, wird jetzt allgemein auch von den neuesten Exegeten, denen jede apologetische Umbiegung des Sinnes fern liegt, in folgendem Sinne genommen: .,Die Bevölkerung aber, die sich darin befand, führte er weg und stellte sie als Zwangsarbeiter an die Säge, an die eisernen Picken und die eisernen Äxte und ließ sie mit Ziegelformen arbeiten.“ Nur von einem Roheitsakt wird uns berichtet: .,Und sie stießen auf Adonibesek bei Besek. kämpften mit ihm und schlugen die Kanaaniter und Pherisiter. Adonibesek aber floh und sie jagten ihm nach und ergriffen ihn und hieben ihm die Daumen und die großen Zehen ab“ (Richter 1, 6). Aber die Erklärung folgt gleich darauf: ״Da sprach Adonibesek: Siebzig Könige mit ab-

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