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  1. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 158 · Die Sprache der Ostjuden

    158 im Lande» Schillers und Hebbels, das Theater wirklich vom Volke besucht würde, so würde wahrscheinlich das 'Niveau ein weit tieferes sein. Sittlich und oft auch -künstlerisch sind die meisten jiddischen Stücke höher zu bewerten als die …

  2. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 159 · Die Sprache der Ostjuden

    …ft. Rabinowitsch, bekannter unter dem Namen „Scholem Aleichem", ist ein Satyriker von bedeutendem Werte, der „jiddische Mark Twain". In P er etz besitzt das jiddische Schrifttum einen wirKich großen Lyriker, und SchalomAsch ist ein Dramatiker, der du…

  3. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 160 · Die Sprache der Ostjuden

    160 jeneiz> anderen Auswandererscharen, welche freiwillig ihr deutsches Vaterland verlassen haben, auch nur ein Teil dieser jüdischen Treue und Zähigkeit vorhanden gewesen wäre, so würde heute ein nicht unbeträchtlicher Teil der Welt deutsc…

  4. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 161 · Die Sprache der Ostjuden

    161 War eine bedeutende Kräftigung des Slawentums, denn an die Stelle des deutschredenden Juden rückt säst stets ein Pole. Auch in anderen Staaten ist dieselbe Erscheinung zu beobachten. Die Bukowina ist teilweise ein deutsches Land, Czerno…

  5. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 162 · Die Sprache der Ostjuden

    162 1 — hat, sie rächen sich dadurch, daß sie Pioniere des Deutschtums in aller Welt sind, dem deutschen Handel Wege ebenen, den Ruhm und die Ehre des deutschen Namens mehren. Nur unwissende und ungebildete Leute pflegen über dasjenige zu l…

  6. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 163 · Die Sprache der Ostjuden

    — 163 — Jiddisch ist zwar deutschen Ursprungs und Charakters, Aber es ist die Sprache der Hauptmassen der Judenheit geworden und seine eigentümliche Prägung ist eine jüdische. Jiddisch ist mit einem Worte die profane Judensprache.' Man soll…

  7. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 164 · Die Sprache der Ostjuden

    — 164 Zü süch'n ligt nischt in man fach Fün wanen werter schtamen. Ech weiß nor, ech hob lib man sprach Dos lusch'n fün man mamen. Es meg'n geb'n ünsere „pnei" Far ünser sprach a grosch'n Mir lachen sech ale äus fün sei Uen reden mame-lusch…

  8. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 165 · Dr. Max Schönfeldt

    Dr, Max Schönfeldt. 1861—1912. Ein K u lt u r bi ld aus den letzten Jahrzehnten jüdisch-russischen Lebens. Von *** Ungewitter, das in der jüngsten Vergangenheit^) über den Häuptern der russischen Judenheit dahingezogen ist, die Beschuldigun…

  9. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 166 · Dr. Max Schönfeldt

    …einem Tage schmerzlichen Verlustes geworden. Denn au diesem Tage, dem Tischabeab des Jahres, fiel Dr. Max Schönfeldt zu Riga, ein in Rußland weit über den Umkreis seines Wohnortes berühmter Psychiater, in der Fülleseiner Kraft einem gewaltsamen…

  10. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 167 · Dr. Max Schönfeldt

    — 167 — seine ärztlichen und menschlichen Pflichten in dem Maße jeden Selbsterhaltungstrieb aus den Augen verloren hätte, wie er." Seiner Bedeutung als Arzt entsprach seine soziale und politische Wirksamkeit, sein rückhaltloses öffentliches…

  11. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 168 · Dr. Max Schönfeldt

    — 168 — Kindern und geringen Mitteln blieb die Mutter zurück. Um den Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen, mußte er, selbst noch ein junger Knabe, Unterricht erteilen und täglich von der Wohnung weit draußen am Friedhof zur Stadt wandern. D…

  12. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 169 · Dr. Max Schönfeldt

    — 169 — ii besteht, bilden die Deutschen auch heute noch — wie zur Zeit von Schönfeldts Jugend — die herrschende Oberschicht. Die Deutschen repräsentieren den Adel, den Großgrundbesitz und die meisten Kommunalverwaltungen der Provinz/ und b…

  13. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 170 · Dr. Max Schönfeldt

    170 viel mit baltisch-christlichen Kommilitonen, ja sogar als beinahe einziger Jude in dem Korps Curonia. Niemalsaber ging ihm darüber der innige Zusammenhang mit seinen jüdischen Studienbrüdern verloren. Bald war er die leitende Persönlich…

  14. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 171 · Dr. Max Schönfeldt

    …das Urteil der Berliner Fachautorität angeführt: „Mit einer jeden Widerstand besiegenden Energie setzte er es durch, in Riga eine Privatheilanstalt für Nerven- und Geisteskranke zu gründen und ihr einen Weltruf zu schaffen. Eine Heilanstalt im …

  15. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 172 · Dr. Max Schönfeldt

    172 sie der Ueberbürdüng durch die Schule am wirksamsten begegnen können. "Dort eine erste Morgendämmerung über winterlichen Gefilden und das Licht, das von den im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer des Riesenreiches äußerst spärlich vorhand…

  16. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 173 · Dr. Max Schönfeldt

    - 173 — Schwierigkeiten gehemmten Erwerbes frei von der Ueberkonkurrenz in den überfüllten jüdischen Zentren gegeben, die Möglichkeit zu günstigem Vorwärtskommen in djesem weiten, noch so unaufgeschlossenen Reiche, das trotz alledem ein Lan…

  17. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 174 · Dr. Max Schönfeldt

    174 — Und doch erscheinen die Schwierigkeiten der Schulaufnahme beinahe noch geringfügig gegenüber den Notzuständen, den Seelennöten, welche anheben, wenn diese Schüler die Mittelschulen absolviert haben und nun, laut ber Prozentnorm des Mi…

  18. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 175 · Dr. Max Schönfeldt

    …stand literarischer und künstlerischer Darstellung gewesen, daß es Wohl aus den Schilderungen Linetzki's, Abramowitz's, Pauline Wengeroff's, aus den Bildern Hirszenberg's, Pilichowsky's und Krestin's genugsam bekannt sein dürfte: das dumpfe Zimmer, in dem K…

  19. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 176 · Dr. Max Schönfeldt

    …ndung von eigentlichen Gemeindeschulen ist aus später zu erörternden Gründen außerordentlich erschwert. So trat auch in Riga, infolge der Bemühungen des oben erwähnten Kreises ehemaliger Akademiker, im Jahre 1896 eine Zweigabteilung des großen …

  20. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 177 · Dr. Max Schönfeldt

    …ur Unmöglichkeit gemacht wird. In diesem Riesenreich haben zur Zeit nur die Jnnungsämter in Petersburg im Norden und in Odessa tief im Süden das Recht zur Erteilung von Meisterscheinen an Juden. Man bedenke, welche schier unüberwindliche Reiseweg…