Mannheim
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  1. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 13

    109 stenheit, abgesehn von seiner Gottheit, der Person Christi zugeschrieben wird; sie sind sich selbst daS sittliche und religiöse Ideal, welches eben darum nur noch auf den entsprechenden Lohn im äußeren Leben und auf die allseitige Anerk…

  2. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 14

    110 damit der Schatz von Jedermann gesehn werde und im Vordergründe bleibe. Dieselbe Warnung wurde auch auf demselben angehängt. Kaum war er von dem Orte entfernt, so wurde er trotz des Verbotes mit Packeten und Gegenständen überhäuft, so d…

  3. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 15

    111 vergißt einen Roman zu lesen, und vielmehr die wirkliche Geschichte des ersten Jahrhunderts Fleisch und Blut werden sieht. Das römische Jmperatorenthum, wie es leibte und lebte; die griechische Kultur; die Bilvungsmächte der Zeit; die a…

  4. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 16

    112 vielmehr deutlich an den Tag tritt, was von Anfang bis heute die eigentliche Stärke eines Christen ausgemacht hat und ausmacht. Am Meisten interessirt uns aber an dieser Stelle ein jüdischer Charakter. Isaak ist bei einem Aufruhr der Ju…

  5. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 17

    …hn läßt: es ist sein national-religiöser Patriotismus. Da Cineas den Isaak in der Bibliothek aufsucht, findet er ihn im Homer lesend. . Der feine Athener, dessm Lebenselement griechische Literatur, griechische Kunst und besonders platonische Phi…

  6. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 18

    114 ihr einziger Inhalt aber Gott sei. Trotz aller Bewunderung für die Werke des griechischen Geistes, in denen die Vollendung des menschlichen Wesens an den Tag trete, müsse er dieselben daher auch unter die hebräische Literatur stellen; d…

  7. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 19

    115 Cineas bekennt ihm daraus seinen Verdacht gegen Hegio; und Isaak weiß ihm von den Speculationen zu erzählen, welche der Verwalter mit dem Vermögen Labeos durch wucherisches Ausleihen desselben treibe. Aus Dankbarkeit gegen Labeo hat Isa…

  8. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 20

    116 Seele, nicht die verlorene Freiheit. Das Schicksal ihres Sohnes liegt auf ihr mit aller Gewalt, sein irdisches und sein ewiges Loos. Da hört sie plötzlich Cineas von demselben erzählen; derselbe weiß es nicht, daß die Wärterin seine Mut…

  9. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 21

    117 zuerregen," sagte Helena fast mitleidig. „Aber in jedem Falle wird doch sie dein Haß nicht treffen? Sie ist meine treueste und ergebenste Gefährtin." „Um deinetwillen," sagte Isaak, „würde ich jeden Haß zum Opfer bringen," aber auch ohn…

  10. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 22

    118 von Isaak gepriesene Buch nichts Höheres und Besseres zu sagen wisse. „Gott hat uns erwählt," erwiederte Isaak ruhig, aber mit hohem Ernst. „In alter Zeit hat er unseren Vater Abraham erhoben, von dem wir Herkommen. Ein Volk stammt von …

  11. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 23

    119 Gott um etwas bitten würden, so wäre es unsere alte Unabhängigkeit, die Wiederkehr unseres alten Ruhmes." „In euren Schriften stößt mich gerade das ab, was dich so freut. Ich verlange keinen Eroberer. Die Philosophie zeigt mir etwas Bes…

  12. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 24

    120 Isaak gesteht dem Athener zu, daß den Römern die materielle Gewalt, den Griechen die Stärke des Verstandes zugetheilt worden sei. „Aber es giebt etwas Größeres. Geist ist mehr als Verstand. Diesen hat er den Juden gegeben. Er hat uns so…

  13. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 25

    121 tyrannischen Prätoren, keine plündernden Heere, keine unterdrückten Völker geben, die sich empören. Unser Gott wird dann selbst die Gestalt der Natur verändern. Die Wüste wird grünen, die wilden Thiere werden zahm werden. Krieg wird nic…

  14. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 26

    122 Mit tiefem Verdruß sah ihm Cineas ins Gesicht. „Das ist Alles? Das ist das Ziel eurer göttlichen Offenbarung? Damit verglichen ist Plato wahrhaft göttlich; Socrates ist ein Gottneben einem solchen Messias. Euer verheißener Führer würde …

  15. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 27

    123 Versuchung gewesen, es so aufzufassen; aber diese Zeit ist vorüber. Ich halte fest an Gottes Wort und an seinen Verheißungen. Der uns erwählt hat und uns so lange Leiden beschieden, hatte nie die Absicht, Spott mit »ns zu treiben, indem…

  16. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 28

    124 Sollte er auch mich und mein Geschlecht vernichten, so soll dennoch mein Vertrauen auf ihn nicht wanken. Er wird sein Volk segnen. Ich will seinen Namen loben und preisen, so lange ich lebe." „Wir haben Jahre lang auf Ihn gewartet, aber…

  17. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 29

    125 Versöhner bedarf er noch nicht. Jndeß ist er überzeugt, daß Er die Erfüllung der jüdischen Schriften sei. Das spricht er auch gegen Isaak aus. Dieser aber weist wie schon früher und mit noch größerer Ausführlichkeit einen solchen Messia…

  18. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 30

    126 steht bei Gott, und soll ich glauben, daß Er gegen die Seinen entscheiden wird?" Als die Folgen des Sieges der Juden aber nennt er dem Cineas ihre Herrschaft über die ganze Welt von Jerusalem aus. „Denn eine solche Fügung der Geschicke …

  19. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 31

    127 Durch ihn wird Labeo auf die Gefahr, welche ihm von dieser Seite her drohe, zuerst aufmerksam gemacht und er weiß sich nun zur Vorsicht gewiesen. Isaak hat nicht vergeblich gewarnt. Nero selbst wird durch Tigellinus, seinen Günstling, a…

  20. 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 32

    128 Labeo und Cineas. Der verzweifelte Kampf der Juden wird anschaulich geschildert; der wilde Heroismus, der seines gleichen wohl nie in der Geschichte gefunden hat, tritt in seiner ganzen furchtbaren Gewalt hervor. Die Festung Jotapata hä…