Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 7-8 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Isaak gesteht dem Athener zu, daß den Römern die materielle Gewalt, den Griechen die Stärke des Verstandes zugetheilt worden sei. „Aber es giebt etwas Größeres. Geist ist mehr als Verstand. Diesen hat er den Juden gegeben. Er hat uns so geleitet und unfern ganzen Charakter so entwickelt, daß der Geist in uns offenbar werden sollte." „Was ist das Wesen des Geistes? Die Fähigkeit, Ihn zu erkennen, an Ihn zu glauben, sich fest an den Unsichtbaren zu halten, den Geist anzubeten. Das ist uns eigen. Wir beten den Unsichtbaren an und bedürfen keine Götzenbilder, Ihn darzustellen. Das ist so nicht nur bei einigen Philosophen, sondern bei unserem ganzen Volke. Der geringe, ungebildete Bauer und Handwerksmann, der einsame Fischer, alle hegen bei uns den erhabenen Glauben an das Dasein und die Gegenwart des einen Gottes. Solch ein Volk giebt es außer uns nicht und wären wir nicht, so würden die, welche nur andere Nationen kennen, die Sache für unmöglich halten." „Wir kannten die Wahrheit und haben sie bis heute bewahrt. Und noch ein Größeres soll sich in unserer Geschichte offenbaren. Soweit sind wir bis jetzt gekommen; aber es ist uns kund geworden, daß wir eine noch weit wichtigere Bestimmung haben. Immer wieder ist uns verheißen und auf die feierlichste Weise bestätigt worden, daß einmal in zukünftiger Zeit ein Mann kommen wird, der uns alle bereit finden und den Dienst des Gottes Abraham über die ganze Erde verbreiten wird. Dann sollen wir den Lohn für unsere Leiden empfangen und als das erwählte und bereitete Volk unserem Messias in diesem erhabenen Siege folgen. Wir sollen die Freude genießen, wie wir den Schmerz erfahren haben. Da unser Gott uns zum Kampfe ausersehn hat, wird Er uns auch endlich den herrlichsten Sieg verleih»." „Also stimmt es wohl mit seiner Gerechtigkeit überein, uns zu Herren der Erde zu machen. Unsere Herrschaft unter dem Messias würde weit besser sein, als die der Römer. Die Zeit wird kommen, wo dies alles erfüllt wird. Da wird es keine