Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 7-8 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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115 Cineas bekennt ihm daraus seinen Verdacht gegen Hegio; und Isaak weiß ihm von den Speculationen zu erzählen, welche der Verwalter mit dem Vermögen Labeos durch wucherisches Ausleihen desselben treibe. Aus Dankbarkeit gegen Labeo hat Isaak den Verwalter, dessen schurkisches Thun und Treiben ihm allmälig immer klarer geworden ist, nicht aus den Augen verloren. Besondere Umstände waren ihm hierbei günstig. „Du kennst unser Volk, wie es zusammenhält, wohin es auch immer zerstreut ist, und. wie enge wir alle verbunden sind. Wir bilden ein besonderes Gemeinwesen, wohin wir auch kommen. Wir kennen einander alle, stehen für einander und helfen einander, so viel es möglich ist. Ich kenne alle Juden in Rom. Viele von ihnen sind vermögend und sind mit allen Geheimnissen der Großen vertraut. Sobald ich beschloß, diesen Mann zu überwachen, sah ich ein, daß meine Augen nicht hinreichten. Um mehr zu erfahren, setzte ich mich mit meinen Landsleuten in Verbindung. Sogleich stand Alles, was sie wußten, zu meiner Verfügung, und ich, ein armer Sklave, wurde über das ganze Benehmen Hegios unterrichtet und erfuhr, wie er jeden Tag, jede Stunde seines Lebens verbrachte." Und nun führt Isaak den Cineas in die ganze. Gefahr der vorliegenden Verhältnisse ein; des Kaisers Günstling Tigellinus wird von Hegio als Werkzeug gebraucht, um womöglich dem Labeo seinen Besitz zu entreißen. Aber Isaak hat sich durch einen jüdischen Mitsklaven Einsicht in die Rechnungsbücher des Hegio zu verschaffen gewußt, und ist bereit, sobald ihm die Gelegenheit geboten wird, die Unterschlagungen des Verwalters nachzuweisen. Auf die Treue und Einsicht des Alten baut daher auch Cineas seinen ganzen weiteren Plan, und spricht ihm das mit den wärmsten Dankesbezeugungen aus. Die Sache nimmt ihren weiteren Verlauf. In dieser Zeit aber hat Isaak eine seltsame Begegnung. Die alte Wärterin des kleinen Marcus ist eine geheime Christin, von ihrem einzigen Sohne in die Sklaverei verkauft. Der Schmerz um diesen Einzigen ist auch der Kummer ihrer 8*