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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
7-8 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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112 vielmehr deutlich an den Tag tritt, was von Anfang bis heute die eigentliche Stärke eines Christen ausgemacht hat und ausmacht. Am Meisten interessirt uns aber an dieser Stelle ein jüdischer Charakter. Isaak ist bei einem Aufruhr der Juden in Syrien gefangen genommen und zum Tode verurtheilt worden; ein höherer römischer Offizier Labeo hat ihn damals gerettet und als Sklaven angenommen. Als solcher ist Isaak auf ein Landgut seines Herrn bei Tibur in Italien gekommen und mit dem Amt eines Bibliothekars daselbst vertraut worden. Das Gut stand bei der durch seinen soldatischen Beruf veranlaßten häufigen und langen Abwesenheit des Besitzers unter der Verwaltung eines schurkischen Syrers Hegio. Isaak ist den Betrügereien desselben auf die Spur gekommen; die Gutsrechnungen, welche durch seine Hände gingen, haben ihm volle Einsicht in das Thun und Treiben des Verwalters, das auf eine endliche Erwerbung jenes Gutes abzielte, gebracht. Seinem Herrn mit tiefster Dankbarkeit ergeben wartet er daher nur auf die Gelegenheit, den Betrüger zu entlarven, und sammelt indeß mit großer Umsicht, Verschwiegenheit und Wachsamkeit Alles, was ihn zum Ziele führen kann. Da erscheint der Athener Cineas, der Schwager seines Herrn, auf der ländlichen Besitzung; derselbe beabsichtigt die äußeren Verhältnisse seiner Schwester Helena und seines Reffen Markus bei Zeiten zu regeln; der soldatische Beruf Labeos konnte denselben ja leicht einmal von der Seite seines Weibes hinwegraffen. Ein Umstand drängt Cineas «och mehr. Hegio ist nämlich auch ihm schon verdächtig geworden, und er beschließt daher, den treuen Isaak in's Vertrauen zu zieh», um mit dessen Hilfe alle Angelegenheiten leichter und einfacher zu ordnen. So tritt nun Cineas bei Isaak ein. Der Jude ist ein Mann von würdevollem AuSsehn und großen natürlichen Fähigkeiten, mit griechischer und lateinischer Literatur genau bekannt und dabei voll praktischer Tüchtigkeit, von unbeugsamer Energie und ebenso nüchtemer Auffassung der gewöhnlichen Lebensverhältnisse; aber dennoch von einer Alles verzehrenden Gluth erfüllt, die sein ganzes Wesen

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