Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 7-8 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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125 Versöhner bedarf er noch nicht. Jndeß ist er überzeugt, daß Er die Erfüllung der jüdischen Schriften sei. Das spricht er auch gegen Isaak aus. Dieser aber weist wie schon früher und mit noch größerer Ausführlichkeit einen solchen Messias ab. Er selbst weiß vielmehr den besseren Messias — und dessen königliche Herrschaft nahe. „DaS ganze Land fühlt die Macht seiner Gegenwart, das Volk weiß, daß er nahe ist. Sie machen sich auf, ihm entgegenzugehn; denn sie sind überzeugt, daß er kommt, und das ganze Land erbebt vom dumpfen Getöse der Vorbereitung." „Wie bereiten sie sich vor?" fragte Cineas. „Mit den Waffen zum Krieg, denn sie sind Knechte und erkennen, daß sie frei werden müssen, wenn sie dem Erlöser auf geziemende Weise entgegengehen sollen, und selbst den ersten Schlag thun. Wer in Judäa gelebt hat, weiß, daß von allen Menschen die Juden am Meisten wagen und am Meisten zu Stande bringen. Kampf muß kommen, er ist unvermeidlich. Der Druck der Römer ist unerträglich geworden. Die Juden aber sind die ungeduldigsten unter den Menschen und wollen sich erheben, nicht aus Rache, sondern nur, um frei zu werden. Es gibt keinen Mann, nicht einmal Frauen und Kinder, die nicht bereit sind, allem zu trotzen und selbst den Tod zu erleiden. Dieses Gefühl ist eine mächtigere Triebfeder als Vaterlandsliebe. Es ist göttlich, kommt von oben, ist von Gott gewirkt. Es ist seine Stunde. Er haucht seine Kraft in die Herzen des Volks, daß er es mit heiligen Vorsätzen und festen Entschlüssen erfülle; er will erst das Volk seiner heiligen Aufgabe würdig machen und dann wird er den Messias senden." Und nun weist er mit Energie alle Bedenken des Cineas, welche die Ohnmacht der Juden gegen die Römer hervorheben wollen, zurück. Er vertraut auf Gottes wunderbares Eingreifen, und schildert dem Cineas, damit dieser auch die menschlich zureichenden Gründe erkenne, Palästinas natürliche Festigkeit und besonders Jerusalems gesicherte Lage. Allen Gründen des Atheners gegenüber hält er jedoch zuletzt daran fest: „Die Entscheidung