Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 7-8 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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127 Durch ihn wird Labeo auf die Gefahr, welche ihm von dieser Seite her drohe, zuerst aufmerksam gemacht und er weiß sich nun zur Vorsicht gewiesen. Isaak hat nicht vergeblich gewarnt. Nero selbst wird durch Tigellinus, seinen Günstling, auf Anftiften Hegios gegen Labeo, als den Gemahl der zum Christenthum übergetretenen Helena, erregt und fast an den Rand des Verderbens gebracht. Seltsame Umstände retten ihn noch einmal aus dem Kerker, in den er schon gesetzt war. Das Vaterland bietet ihm nun nur noch traurige Erinnerungen. Der tiefste Schmerz aber für ihn ist, daß Marcus und Helena, als Christen verfolgt, den Leiden dieser Zeit erlegen sind. Er beschließt darum gemeinsam mit Cineas in den eben ausgebrochenen jüdischen Krieg zu ziehen. Doch bevor Labeo scheidet, schenkt er seinem treuen Diener Isaak die Freiheit. Als er dieselbe dem Juden ankündigte, bedeckte Isaaks Wangen eine Röthe der Aufregung, auf die eine tödtliche Blässe folgte. Dann fiel derselbe vor ihm nieder und segnete ihn für solche Thal. „Mein Herz schmachtet nach der Heimath. Ich habe meinem Gott vertraut. Er ist der Fels meines Heils. Er hat mein Gebet erhört. Sein Name sei gelobt," fügte er hinzu. „Aber du kannst jetzt nicht zurück in dein Land," erwiderte Labeo: „Dort ist jetzt Krieg." Isaak schlug die Augen nieder und entgegnete: „Lieber will ich dort sterben, als anderswo leben." „Willst du wirklich dort hingehen?" fragte Labeo überrascht. „Du willst mich doch nicht zurückhalten?" flehte Isaak. „Zurückhalten? Rein, wenn du fort willst." Isaak erhob sein Haupt und sagte nichts; aber seine wogende Brust und sein leuchtendes Auge drückten Unaussprechliches aus. Labeo verstand es damals nicht, aber später wurde es ihm klar. Im Folgenden hören wir, wie Nero untergeht und Vespasian das Heer in Judäa verläßt, an dessen Spitze er gegen den Auftuhr der Juden kämpfte, Titus aber ihm im Oberbefehl folgt., Unter beiden kämpfen