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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
7-8 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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117 zuerregen," sagte Helena fast mitleidig. „Aber in jedem Falle wird doch sie dein Haß nicht treffen? Sie ist meine treueste und ergebenste Gefährtin." „Um deinetwillen," sagte Isaak, „würde ich jeden Haß zum Opfer bringen," aber auch ohne das hast du nichts zu befürchten. Als Arzt denke ich nie an persönliche Gefühle. Meine Wiffenschaft stelle ich denjenigen zur Verfügung, die davon Gebrauch machen wollen, und wenn ich zu meinem schlimmsten Feinde gerufen würde, so würde ich doch um der Wissenschaft willen mein Möglichstes thun, um ihn zu heilen." Und Isaak hielt Wort; er pflegte die Kranke mit der höchsten Sorgfalt, und unter seiner treuen Hand machte sie auch wesentliche Fortschritte in der Genesung. Cineas hat indeß Gelegenheit gehabt, auf mannigfache Weise den Christen näher zu treten. Dieselben haben ihm einen Eindruck geniacht, der noch den Eindruck, welchen der Jude mit seinem Glauben auf ihn hervorgebracht hat, übertrifft. Um so seltsamer war ihm die offenbare Abneigung Isaaks gegen die Christen. Da er eines Tages wieder mit Isaak zusammen war, erwähnte er deshalb bei ihm dieselben. Isaak gerieth augenblicklich in große Aufregung. Cineas fragte nach der Ursache. „Ich hasse sie!" erwiederle Isaak heftig. „Warum? Sie sind nicht hassenSwerth." „Den Juden sind sie es. Eie sind die Anhänger eines falschen Propheten, der wegen Hochverrath verurtheilt und gekreuzigt wurde. Ihr größtes Unrecht aber ist, daß sie uns unsere liebste Hoffnung rauben wollen." „Wie meinst du das? Was ist eure liebste Hoffnung?" „Die Herstellung unserer Unabhängigkeit und unser Triumph über die Völker." „Hältst du denn das für möglich, daß ihr Juden Herren der Welt werdet?" „Bei Gott sind alle Dinge möglich," sagte Isaak feierlich. „Ich weiß," entgegnete Cineas, „was eure heiligen Bücher davon lehren; aber gerade das ist mir ein Anstoß. Wie können wir einem Buche glauben, das nur dies verspricht?" Cineas sprach so, in seinem Inneren darüber schmerzlich bewegt, daß auch das

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