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176818892011
  1. 1868-01-01 · 1 (1868) · page 1

    für Wissenschaft ■null teben. Herausgegeben von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M- Sechster Jahrgang. Wrestau, 1868. Schletter'sche Buchhandlung (H. Skutsch).

  2. 1868-01-01 · 1 (1868) · page 2

    Abhandlungen. I. Unser Gottesdienst. 2)ie Frage über die Herstellung des zweckentsprechenden Gottesdienstes, die Anfertigung eines Gebetbuches zumal für die hohen Feiertage des Neujahrs und des Versöhnungstages drängt sich immer neu auf; si…

  3. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 2

    1. Unser Gottesdienst. a Worte, er ist nicht erschöpft mit der Darlegung der augenblicklichen Gefühle des Einzelnen, er erfüllt sich mit der ganzen geschichtlichen Vergangenheit, mit allen Verheißungen und Erwartungen für die Zukunft, und z…

  4. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 3

    I. Unser Gottesdienst. 3 sein sollte. Das gelang selbst in ruhigen, geistig schlummernden Zeiten nicht, ja es war nicht einmal angestrebt worden. Palästinische und babylonische Gemeinden, portugiesischer (sefaradischer), provenzalischer, fr…

  5. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 4

    4 I. Unser Gottesdienst. in der ThaL die gottesdienstliche Reform sich seit einem halben Jahrhundert immer weiterhin ausgedehnt, neue Gebiete erobert, und ein Stillstand, ein Abschließen ist um so weniger möglich, als die innere Bewegung, w…

  6. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 5

    I. Unser Gottesdienst. 5 I. Sprache des Gottesdienstes. Alle Gründe der Abwehr werden die Wahrheit nicht erschüttern können, daß das Gebet nur in der Muttersprache dern Herzen wahrhaft entströmen kann. Jede Aussprache in einem fremden Idiom…

  7. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 6

    6 I. Unser Gottesdienst. ein *), und auch an änderssprachlichen Zuthaten fehlte es zu Zeiten nicht. Allein im Ganzen und Großen mußte derselbe ein hebräischer bleiben; er war eine nationale Institution, gerettet aus der Vergangenheit für ei…

  8. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 7

    I. Unser Gottesdienst. 7 etwa als wollten wir mit einer solchen Umgestaltung verdächtigenden Angriffen von außen schwächlich nachgeben; sie würden im Gegentheile den Widerstand in uns wieder neu wach rufen, in dem sie uns so lange erhalten …

  9. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 8

    8 I. Unser Gottesdienst. jedoch noch nicht da. Noch sind Bestanvtheile in der Gemeinde vorhanden,^ die bei aller Klarheit des Geistes und Wärme des Herzens mit ihren Jugenderinnerungen und Gewohnheiten in der Zeit des altbefestigten hebräis…

  10. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 9

    I. Unser Gottesdienst. 9 die dann wieder zur festen Norm wurde und so die Gebetsammlung immer mehr anschwellte. Schon im Mittelalter fühlten sich die Gemeinden dadurch beengt und kürzten an manchen Stellen ab. Der Mißstand ist für unsere Ze…

  11. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 10

    10 I. Unser Gottesdienst. weniger merkliches Vorgehn in diesem Sinne empfiehlt sich als zweckentsprechend. III. Der Inhalt. In diesen und ähnlichen Mißständen, welche doch immer mehr das Aeußere des Gottesdienstes betreffen, wenn sie auch t…

  12. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 11

    I. Unser Gottesdienst. 11 diese Art des Gottesdienstes als Greuel, es bekämpfte mit Ausdauer diesen Act der Barbarei; es verehrte Gott Wohl als den Allmächtigen, aber vorzugsweise als den allliebenden Vater, dem man sich nicht durch Abtödtu…

  13. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 12

    12 I. Unser Gottesdienst. HöhergesinnLen, aller wahren Bekenner des Judenthums, ist die Frucht einer langen weltgeschichtlichen Erziehung, aber wird auch schon als in der Urentstehung des Judenthums, im ersten Gründer des wahren Glaubens vo…

  14. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 13

    I. Unser Gottesdienst. 13 es wagen dürfen uns einen Gott vorzuführen, der ein Kindesopfer, wenn auch nur versuchsweise, anordnet, den als Muster der Frömmigkeit darzustellen, der sich zu einem solchen bereit erklärt? Unmöglich! Unser Gott i…

  15. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 14

    14 I. Unser Gottesdienst. solches Gebet zu erhalten wäre mehr als Gedankenlosigkeit, es wäre Entweihung des Gottesdienstes, Entwürdigung des Judenthums. Hier giebt es keine Vermittelung! entweder Bekenntniß zum Molochdienste oder zur wahren…

  16. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 15

    L Unser Gottesdienst. 15 einzigen Tempel zu beschränken; man kämpfte gegen den zu hohen Werth, welcher dem Opfer beigelegt wurde, gegen die Anmaßlichkeit des Priesterthums, aber man legte nicht die Axt an die Wurzel. Während der zweiten Tem…

  17. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 16

    16 I. Unser Gottesdienst. Erwartung, daß sie uns den vollen Ausdruck einer längst verschöllenen Vergangenheit zurückbringe, sie soll uns alle lebensfähigen Keime der Erkenntniß und der Sittlichkeit aus Vergangenheit und Gegenwart zur vollen…

  18. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 17

    I. Unser Gottesdienst. 17 seinem, man weiß nicht ob gleichen ob höheren Werthe anerkannt wird. Ist das nicht gleichfalls Verleugnung der besseren Ueberzeugung? Wozu aber dies Markten mit dem überkommenen Buchstaben? Erkennen wir doch freudi…

  19. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 18

    18 I. Unser Gottesdienst. Voll die Erde werde der Erkenntniß Gottes, ein großes Heiligthum, und daß an jedemOrte wo wir Gott Preisen, Er zu uns kommen und uns segnen werde. Keine lügnerische Bitte um Wiederherstellung eines jüdischen Staate…

  20. 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 19

    I. Unser Gottesdienst. 19 eigne treue Festhalten in Stille belehren, bald auch durch das muthige Wort die Lehre weithin verkünden. Israel ist als geistige Lebensmacht noch nicht erloschen, seine weltgeschichtliche Bedeutung nicht geschwunde…