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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 11

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
1 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 11 (sequence 12)
Language
German
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I. Unser Gottesdienst. 11 diese Art des Gottesdienstes als Greuel, es bekämpfte mit Ausdauer diesen Act der Barbarei; es verehrte Gott Wohl als den Allmächtigen, aber vorzugsweise als den allliebenden Vater, dem man sich nicht durch Abtödtung, sondern durch Ausbildung aller edlen menschlichen Empfindungen nähere. Die unübersteigliche Scheidewand zwischen seinen Bekennern und den sie umgebenden Völkern bildete der Umstand, daß diese ״allen Greuel, den Gott haßt, ihren Göttern vollziehen, daß sie auch ihre Söhne und Töchter im Feuer ihren Göttern verbrennen (als Brandopfer darbringen)" (5. Mos. 12, 31), und damit nicht etwa der Jrrthum Platz greife, ein Solches sei blos ein Greuel, wenn es den Götzen dargeboten werde, sei aber wohlgefällig, wenn es dem wahren Gott geschehe, geht die Warnung voraus: ״Du sollst nicht also thun Gotte Deinem Herrn". Diesem grausamen Wahne tritt auch der Prophet entgegen, wenn er die falsche Frömmigkeit sprechen läßt: ״Womit soll Gotte ich entgegenkommen, mich beugen vor dem Herrn der Höhe? . . . Soll meinen Erstgebornen ich ob meines Frevels geben, des Leibes Frucht zur Sühne meiner Seele?", er aber darauf erwiedert: ״Er sagte Dir, o Mensch, was gut ist, und was als Gott von Dir Er fordert, nur das: das Recht ausüben, Milde lieben, bescheiden wandeln mit Deinem Gotte" (Micha 6, 6—8). Mensch sein in der edeln Bedeutung des Wortes und Gott in seiner Heiligkeit und Allgüte erfassen, das wird in großartiger Einfachheit als Summe jüdischer Frömmigkeit proclamirt. Mit dieser Waffe führt das Judenthum einen langen heißen Kampf gegen den frevelhaften Jrrthum, der um es her, auch im Innern des eignen Volkes seine Opfer blutig forderte. Alle geschichtlichen und prophetischen Bücher find voll von diesem Kampfe gegen eine Verblendung, die ihre schaurige Erinnerung an das Gehinnom, das Thal der Söhne Hinomm's, knüpft, an den Ort, welcher als die Stätte solcher Thaten des Wahnes im Andenken des Volkes der Ort des tiefsten Grauens, der dauernde Aufenthalt aller wüsten Bosheit blieb. Wo die Bücher auf diesen Greuel zu reden kommen, da ist es wie wenn ein unheimliches Erzittern durch ihre Worte ginge, da steigert sich der Unwille zum heftigsten Abscheu. Dieser ununterbrochene heilige Kampf für die große Grund- Wahrheit, welche ebenso für die erhabenere Gotteserkenntniß wie für das edlere Verhalten des Menschen entscheidend ist, führte zum herrlichen Siege, und dieser Sieg ist das Resultat des Eifers aller

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