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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 17

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
1 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 17 (sequence 18)
Language
German
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I. Unser Gottesdienst. 17 seinem, man weiß nicht ob gleichen ob höheren Werthe anerkannt wird. Ist das nicht gleichfalls Verleugnung der besseren Ueberzeugung? Wozu aber dies Markten mit dem überkommenen Buchstaben? Erkennen wir doch freudig an, daß die Entwickelung innerlich schon vor Jahrtausenden von den Besten im Judenthum mit klarstem Bewußtsein angebahnt, von der Geschichte dann äußerlich vollzogen worden, und überlassen wir die Erinnerung an den lange getrübten Ausdruck der Geschichtsbetrachtung; sollte sie eine Stelle im Gebete finden, so dürfte sie nur als Dank erscheinen, daß wir nun jene frühere niedere Gedankenrichtung voll überwunden, keineswegs aber in elegischem Tone, im romantischen Spiele mit verblichenem Glanze. Aber besser ist, daß diese Erinnerung ganz aus dem Gebete schwinde; lassen wir den Vergleich mit den früheren Zeiten, wir wollen lieber den Zusammenhang mit ihnen in dem ernsten Kampfe für die Wahrheit, in der treuen Hingebung für die hohen geistigen Güter fest erhalten, enger knüpfen, ihn nicht lockern durch die Aufdeckung der Mängel, welche der Vergangenheit anhaften müssen, wenn menschheitliche Entwickelung überhaupt nicht zum Unding werden soll. Wir sollen die Väter ehren, indem wir des reichen Erbes eingedenk sind, das sie uns zugeführt, nicht die Wunden bloslegen, die ihnen eine Trauerzeit auch geistig geschlagen. Also auch die Erwähnung des Opferdienstes, unter welcher Form es sei, falle! Es mag am Versöhnungstage die ergreifende Darstellung, wie vor Jahrtausenden unter Anleitung des Hohen- Priesters Sündenbekenntniß und Bitte um Versöhnung in tiefer Selbstdemüthigung ausgesprochen worden, auch uns weiter zum Einblicke in uns selbst anregen; aber auch hier, und hier zumal, darf die breite Erzählung, wie er Bock und Widder geschlachtet und was er mit den einzelnen Theilen vorgenommen, die andächtige Empfindung nicht abtödten. 3. Jerusalem. Israelis Verhältniß zur Menschheit. Die Wiederherstellung der alten Zustände — das war die sehnsüchtige Erwartung für die Zukunft, das ist sie nicht mehr. Wir verlangen nicht wieder nach Palästina zurück, wollen nicht eine besondere Volksthümlichkeit darstellen, nicht einen eigenen Staat gründen, wir erkennen vielmehr in allen Gauen der Erde die große Heimath, lieben das uns zuertheilte Vaterland mit aller Seeleninnigkeit, blicken vertrauend der großen Verheißung entgegen, daß BrerteUahrsschrift VI. 1. 2

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