Mannheim
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  1. 1864-01-01 · 1864 · p. [Seite]

    Einladungs schritt zu der am 21., 22., 23. und 24. Marz stattfindenden öffentlichen Prüfung der Hurger- und Keullchule der ürskUsrhr« Gemeinde von dem Direktor der Unstatt Dr. S. Stern. Inhalt: 1) Anforderungen des Lehrerberufö. 2) Schulnac…

  2. 1864-01-01 · 1864 · p. [Seite]

    V Die Anforderungen des Lehrer-Berufs. Ach wende mich mit dem Inhalt dieser Blätter an meine Berufsgenossen, an die Lehrer aller Stufen und Richtungen, die sich dem Beruf der Jugendbildung widmen. Ich maße mir nicht an, sie über das was ihn…

  3. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 4

    4 an diejenigen zu erkennen und zn würdigen suchen, die sich seinem Dienste geweiht haben. Zch meine, 'es werde kein treuer und strebender Diener dieses Berufs vor der Hoheit dieses Bildes zurückschrecken, das mit ernster Strenge in seinen …

  4. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 5

    Das Wissen. „Der Lehrer weiß Alles, muß Alles wissen." Das ist die stillschweigende Voraussetzung, mit welcher das Kind in die Schule eintritt und zu seinem Lehrer cmporschaut. Und diese Voraussetzung bildet die einzig sichere Grundlage für…

  5. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 6

    6 Kinde aus allen Regionen seines Lebens und seines Träumens zu fragen einfällt. Er muß ihnen über göttliche und menschliche Dinge Bescheid geben. Denn das natürlich sich entwickelnde Kind wartet nicht auf die Belehrung des Religionsunterri…

  6. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 7

    7 rung in sich, ihren Zöglingen über Alles Aufschluß geben zu können, was ihnen wissenswerth scheint oder in dem Kreise ihres Wissensbedürfnisses liegt? Oder hat nicht vielmehr auf jeder Lehrstufe der Lehrer die Aufgabe, mit dem Unterricht,…

  7. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 8

    türlichen und hohen Respekt vor dem Wissen und achtet dasselbe auch in seinem überlegenen Mitschüler. Der Ruf der Gelehrsamkeit, welcher einem Lehrer vorangeht, flößt seinen Schülern eine gewisse Ehrfurcht gegen seine Person und seinen Unte…

  8. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 9

    - 9 dasjenige, was aus Büchern oder durch Unterricht erlernt wird, sondern auch auf Alles, was der Lebenskreis des Zöglings Wissenswerthes darbietet. — Der Lehrer muß das gesammte Lebensgebiet, innerhalb dessen sich seine Zöglinge bewegen, …

  9. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 10

    10 Umfange, wie wir sie hier charakterisirt haben, eine unabweisliche Forderung an den Lehrerstand auf allen Stufen seiner Wirksamkeit bildet, so kann dieselbe doch ebenso gewiß auf keiner Stufe als ausreichend für die Aufgabe dieses Berufs…

  10. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 11

    11 folge seiner Lehrthätigkeit nachtheilig werden könne. Es erscheint vielmehr unzweifelhaft, daß auch für den Lehrer der untersten Elementarstufe das reichere, gediegnere mannigfaltigere Wissen nur von dem vortheilhaftesten Einfluß auf sei…

  11. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 12

    12 wird der Schein der Wissenschaftlichkeit nur zur Aneignung halbverstandener Formeln und eines leeren Schematismus führen, der für den elementaren Unterricht nicht nur unfruchtbar, sondern verderblich ist. Endlich, und ich möchte diese le…

  12. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 13

    - 13 neues und fortgesetztes Schaffen, sondern nur noch ein mechanisches Reproduzweu seiner bisherigen Wirksamkeit sein, deren Erzeugnisse dadurch mehr und mehr das Gepräge der Unmittelbarkeit verlieren. Nichts übt auf den Schüler einen bil…

  13. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 14

    14 bestimmt ist. Für den Lehrer gestaltet sich diese Aufgabe näher dahin, seine Miltheilung in derjenigen Form und Weise zu geben, welche dem jugendlichen Geist nach seinen verschiedenen Alters- und Bildungsstufen am meisten entspricht. Abe…

  14. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 15

    … denselben und kann in Wahrheit nicht gelehrt werden, obwohl die Pädagogik und Methodik auch dem minder begabten Lehrer allerhand Mittel an die Hand gibt, dieselbe auch ohne die natürliche Begabung in geeigneter Weise zu lösen. Was den Lehrer von Be…

  15. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 16

    16 künstlerische. Es ist das Seelenverständniß, das den Dichter macht und das daher den: Lehrerberuf seine poetische Weihe und den Reiz eines poetischen Schaffens gibt. Der Lehrer soll den Gegenstand seines Unterrichts zum lebendigen und bl…

  16. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 17

    17 Hieran knüpft sich in natürlicher Weise die Doppelaufgabe den Gesammtstofs eines Unterrichtsgebiets eben so wohl nach der sachlichen Zusammengehörigkeit seiner Elemente, wie nach der jedesmaligenFassungskraft des Schülers auf den verschi…

  17. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 18

    18 Gleichartigkeit der Entwickelungsstufe, aber doch unmöglich Gleichheit des Wissens und der Begabung, Gleichheit der Kraft und des Willens zur ausnehmenden Selbstthätigkeit vorausgesetzt werden kann. Die Aufgabe, die so zu einer Klasse ve…

  18. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 19

    19 Gebiet führt. Ein Andrer wird in strengster Pflichterfüllung die Aufgabe feines Unterrichts nicht eher für gelöst halten, ehe er sich nicht überzeugt hat, daß alle feine Zöglinge sich denselben angeeignet haben. Er wird den Ton und das M…

  19. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 20

    20 Farben erscheinen. Der rechte Weg ist derjenige, der nicht etwa in der Mitte zwischen diesen liegt, sondern sie alle umfaßt. Das Mittelmaaß muß freilich die Grundlage des Unterrichts bilden; aber die Schwachen dürfen nicht aufgegeben, di…

  20. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 21

    ~~ 21 tit den Vordergrund gestellt haben, so wollten wir damit keines- Weges behaupten, daß selbst für den Begabtesten die vertraute Bekanntschaft mit den Lehren und Vorschriften dieser in neuerer Zeit so erfreulich sich entwickelnden Wisfe…