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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 5

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
Seite 5 (sequence 9)
Language
German
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IRI
…/9643703-7658321--463-7658328
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Das Wissen. „Der Lehrer weiß Alles, muß Alles wissen." Das ist die stillschweigende Voraussetzung, mit welcher das Kind in die Schule eintritt und zu seinem Lehrer cmporschaut. Und diese Voraussetzung bildet die einzig sichere Grundlage für die Aufgabe, die sich der Lehrer in dieser Richtung zu stellen hat. „Der Lehrer muß Alles wissen, was seinem Zögling wissenswert h ist, was im Kreise seines Wissensbedürfnisses liegt." Dieser Grundsatz hat um so entschiednere Geltung, je niedriger nach der gewöhnlichen Anschauung die Stufe ist, auf welcher die Wirksamkeit des Lehrers steht. Aber ich möchte hier gleich die Bemerkung machen, daß vor dem Forum der Pädagogik die Stufenfolge der Werthschätzung eine andere, und vielleicht gerade die umgekehrte ist, so daß dem gelehrten Professor an der Universität, als Lehrer, vielleicht die unterste und dem armen Dorfschullehrer die höchste Stufe in der Reihe derer zufallen dürfte, die sich dem Beruf der Jugendbildung widmen. An das Wissen des Universitätsprofessors können seine Zuhörer wenigstens keinen Anspruch stellen, der über die Grenze seiner besondern Fachwissenschaft hinausgeht; von dem Lehrer der alten Sprachen auf Gymnasien wird es in der Regel kaum gefordert, daß er auch neuere Sprachen oder Mathematik und Naturwissenschaften verstehe. Auch in den mittleren und oberen Klassen der höheren Bürgerschulen hat das Fachlehrerthum bereits eine solche Ausdehnung gewonnen, daß viele Lehrer für eine große Zahl von Unterrichtsgegenständen gar nicht verwendet werden können. Nur der arme Dorfschülmeister und Volksschullehrer oder der Lehrer, der die kleinen Kinder der Bürgerschulen unterrichtet, soll Alles wissen. Alles — nicht nur, was in dem Gebiet seiner Wirksamkeit unterrichtet wird, sondern Alles, was für seine Zöglinge irgendwie wissenswerth erscheinen kann. Er soll über Alles Antwort und Auskunft geben, was dem Dorfbuben und dem Dorfmädchen, dem Sohn oder der Tochter des Handwerkers und des Arbeiters im Kreise ihrer Anschauungen und Lebenserfahrungen auffällig erscheint, oder was dem zum Wissensdrang erwachenden

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