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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 10

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
Seite 10 (sequence 14)
Language
German
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IRI
…/9643703-7658321--468-7658333
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10 Umfange, wie wir sie hier charakterisirt haben, eine unabweisliche Forderung an den Lehrerstand auf allen Stufen seiner Wirksamkeit bildet, so kann dieselbe doch ebenso gewiß auf keiner Stufe als ausreichend für die Aufgabe dieses Berufs angesehen werden. Der Lehrer muß in denjenigen Wissenszweigen, die er zum Gegenstand seines Unterrichtes zu machen hat, ein eingehendes, geordnetes, abgerundetes und in gewisser Weise vollständiges fc. h. die gesammte Materie des UnterrichtSgebicts umfassendes Wissen besitzen. Ungründliches und einseitiges, abgerissenes und lückenhaftes, unvollständiges und halbes Wissen des Lehrers wird im Geiste seiner Schüler nur ein wirres Chaos unzusammenhängender Anschauungen und Vorstellungen oder eine Ansammlung unverstandner Formeln und Regeln Hervorrufen. Wer auf der untersten Stufe des Unterrichts nicht bereits das letzte Ziel desselben sicher und klar in's Auge faßt und verfolgt, wird denjenigen, die das von ihm Begonnene sortführen sollen, eine unsichre und schwankende Grundlage übergeben, auf der sie nicht fortzubauen vermögen. Die Methode des Unterrichts, möge sie eine erlernte oder selbstgeschaffene sein, kann nur von dem mit Klarheit erfaßt und mit Verständniß und Sicherheit geübt werden, der das gesammte Material überschaut und nach einem der Sache entsprechenden Plane ordnet. Nur der gründlich Unterrichtete wird in dem, was er dem Kinde auf jeder Stufe des Unterrichts zu geben hat, das rechte Maaß und die nöthige Schranke finden lind einhalten; und es dürfte in der Regel als ein Zeichen des mangelhaften und unzureichenden Wissens erkannt werden, wenn der Lehrer eben Alles, was er selbst besitzt, seinen Schülern geben zu müssen glaubt und damit über die Grenze des für dieselben Wissenswerthen und Faßbaren hinausgeht. Wir können das Maaß des Wissens nicht bestimmen, besten der Lehrer für eine gedeihliche Wirksamkeit beim Unterricht bedarf. Aber gewiß ist es ein Irrthum zu glauben, daß für die verschiedenen Stufen der Lchrthätigkeit entsprechende Schranken des Wissens aufzurichten seien und daß das Ueberschreiten dieser Schranken, das über dieselben hinausgehende Wissen dem Er-

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