Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 17)
- Language
- German
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- 13 neues und fortgesetztes Schaffen, sondern nur noch ein mechanisches Reproduzweu seiner bisherigen Wirksamkeit sein, deren Erzeugnisse dadurch mehr und mehr das Gepräge der Unmittelbarkeit verlieren. Nichts übt auf den Schüler einen bildendem und belebendem Einfluß aus, als der vor seinen Augen werdende Gedanke, der ihn in die Mitwirkung und in den Mitgenuß an diesem Werden hineinzieht; nichts wirkt lähmender und abspannender auf ihn, als das freud- und mühelose Ab¬ oder Aufrollen eines längst gesponnenen und zurechtgelegten Fadens, an dem die verschiedenen Materien des Unterrichts ordnungsgemäß aneinandergereiht ftub, um nach und nach in gewohnter Weise dem Schüler vorgeführt zu werden. Der Lehrer ist der beste, der nicht nur durch das Lehren, sondern auch für's Lehren immer wieder lernt; der aus seiner Lehrthätigkeit selbst eine stetig wachsende Klarheit und Sicherheit seines Wissens schöpft oder doch in demselben die Freude an der Mittheilung seines neugewonnenen Wissens bekundet und auf seine Zöglinge überträgt. Der Lehrer aber kann nimmermehr ein guter Lehrer sein, der selbst nichts mehr lernen kann und will, der sein Wissen und Können nur noch als todtes Kapital besitzt, aus dem er die Zinsen seiner pflichtschuldigen regelmäßigen Leistungen zieht. Das sind nicht selten wohlunterrichtete, in der Uebung ihres Berufs ganz pflichttreue und gewissenhafte Lehrer, die in der Absolvirung ihres vorgeschriebenen Pensums niemals Zurückbleiben und ihren Schülern das sestgestellte Maaß des Wissens wohl auch mit einer gewissen Sicherheit beizubringen verstehen. Aber wir werden sie nur zu bald zu jenen trocknen und vertrockneten Pedanten werden sehen, die selbst keine Freude an ihrem Beruf haben und noch viel weniger im Stande sind, ihren Zöglingen Freude an dem, was sie ihnen bieten, einzuflößen. 2. Das Lehren. Lehren ist zuvörderst die Aufgabe, eignes Wissen und Anschauen Andern mitzutheilen. Diese Mittheilung muß in allen Fällen der Fassungskraft derjenigen angepaßt sein, für welche sie