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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 6

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
Seite 6 (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/9643703-7658321--464-7658329
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6 Kinde aus allen Regionen seines Lebens und seines Träumens zu fragen einfällt. Er muß ihnen über göttliche und menschliche Dinge Bescheid geben. Denn das natürlich sich entwickelnde Kind wartet nicht auf die Belehrung des Religionsunterrichts, um über die unlösbarsten Räthsel derselben gar verfängliche Fragen aufzuwerfen und es zweifelt nicht, daß ihm der Lehrer Alles genau und bestimmt sagen könne. Und eben so soll er ihm erklären, wie die Kartoffeln und die Kirschen wachsen, wie die Spinne ihr Gewebe baut und wie aus den Eiern, die man essen kann, die Sperlinge und die Hühner werden. Er soll ihm Aufschluß geben, wie das Eisen bearbeitet und wie die verschiedenen Stoffe gewebt werden; wieso sich die Sonne und der Mond bewegt und woher der Schnee und der Regen kommt. Er muß ihm jedes glatte Steinchen und jedes bunte Blümchen zu nennen wissen, das er auf dem Wege findet und wenn es ein heiliges oder weltliches Buch zu lesen vermag, ihm bald über Abraham oder Johannes, bald über Hannibal oder Columbus, über die Wüsten Afrikas oder den ewigen Schnee des Chimborasso Auskunft geben. — Und wenn das Kind ihn mit allen diesen Fragen über Himmel und Erde, über Menschen und Thiere, über lebendige und leblose Wesen verschonte —, ein Blick auf die Anschauungstafeln, die er ihm erklären, in das Lesebuch, das er ihm verständlich machen soll, belehrt uns, daß der Lehrer eben Alles wissen muß, wenn er seine Aufgabe erfüllen, wenn er dem Wissensdrang und Wisfensbedürfniß des Kindes Genüge thun, wenn er demselben gegenüber die höchste Autorität bleiben soll, die das Kind in ihm sucht und an die es sich mit seiner gesammten Geistes- und Seelenentwickelung anlehnen und anschmiegen will. Aber ist es denn in Wahrheit also, daß nur der alleinstehende Dorf- und VollSschullehrer und der Lehrer der Kleinkinder-Klasse ein so allseitiges Wissen sich aneignen muß in Dingen, die nirgends gelehrt werden? Schließt die in höheren Schulen oder aus höheren Unterrichtsstufen — mit Recht oder Unrecht — übliche Vertheilung des Unterrichtsstoffs an sogenannte Fachlehrer wirklich die Lossprechung oieser Lehrer von der Anforde-

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