Mannheim
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Most mentioned on these pages: Abraham Moses Tendlau 2
  1. 1860-01-01 · 1860 · p. [Seite]

    Einladungsschritt zu der am 26., 2 7., 28. und 29. März stattfindenden öffentlichen Prüfung der Volksunä KeslDule dsxi isrnelitiDen von dem Oberlehrer der Ilnstalt vr. S. Stern- Inhalt: Erziehung zur Wahrhaftigkeit. 2) Schulnachrichten. Loc…

  2. 1860-01-01 · 1860 · p. [Seite]

    Erstellung sulj MakrllHigkeit. Die Wahrhaftigkeit ist diejenige Tugend, deren Werth und Bedeutung von aller Welt anerkannt und gewürdigt, und gegen deren Forderungen doch fast in gleichem Maße von aller Welt gefehlt wird. Denn es ist die ei…

  3. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 4

    4 geselligen und gesellschaftlichen Umgangs, dem Gruß und Händedruck der vorübergehenden Begegnung und selbst dem Kuß des Willkommens und des Abschieds den Maßstab der Wahrhaftigkeit unterzulegen; und wer möchte nicht vielmehr denjenigen ei…

  4. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 5

    5 Laxheit der Grundsätze in Betreff der Wahrheit nicht auch schon in den Verkehr zwischen Freunden, in das Heiligthum der Familie eingeschlichen und eingebürgert? Scheuen sich Kinder etwa noch vor fortgesetzten Unwahrheiten gegen ihre Elter…

  5. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 6

    6 gründet sei, der durch dieselbe erreicht werden soll. Möchte es mir daher gelingen die allgemeinste Zustimmung für den Grundsatz zu gewinnen: Die Lüge ist verwerflich, nicht nur wegen des unsittlichen Zweckes, den sie verfolgt, sondern al…

  6. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 7

    7 lichen Gemeinschaft und somit die Grundlage aller Sittlichkeit, das gegenseitige Vertrauen, erschüttert, untergräbt, vernichtet. Sie ist verwerflich, gleichviel ob sie in heuchlerischen Mienen und Geberden, oder in trügerischen Worten und…

  7. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 8

    8 seine eigne Natur und gegen die Natur und ihr Gesetz überhaupt. Kant will als sittlich berechtigt nur dasjenige gelten lassen, was zum Grundsatz gemacht, zum allgemeinen Gesetz der Menschheit erhoben werden könnte und sollte. Man stelle s…

  8. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 9

    und Zerstörung dieses Vertrauens begründet, das die alleinige Grundlage alles sittlichen Verkehrs zwischen den Menschen ist. Die Lüge ist verderblich für den Lügner, der sich des ihm gewährten Vertrauens beraubt, für den Belogenen, dessen V…

  9. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 10

    10 begangenen Unrechts in den Mund legte. Die gelungene Lüge und die vorübergehende Straflosigkeit ist der gefährlichste Führer auf dem Wege des vorbedachten Unrechts. — Und noch eine verderbliche Wirkung der gelungenen Lüge auf sich selbst…

  10. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 11

    11 Denn wem darf er noch glauben, wenn die Lüge den Schein der Wahrheit annimmt; wenn ihn sein vieljähriger Diener, sein vertrauter Freund, vielleicht sein eignes Kind getäuscht hat? Wer kann ermessen, wie oft er schon in ähnlicher Weise ge…

  11. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 12

    12 und an die Menschheit schmerzlich sein muß; ja wie ihn der einmal erwachte Zweifel ungerecht machen kann, indem er ihm verletzendes Mißtrauen gegen Diejenigen einflößt, die es nicht um ihn verdient haben. Dem Lügner aber können wir nicht…

  12. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 13

    13 Freund gehalten, gar zu bitter getäuscht worden. — Warum verschließt und bewacht diese verständige Hausfrau all ihren Besitz mit so mißtrauischer Sorgfalt vor ihrer Umgebung? Sie ist von einem Dienstboten, der sich Jahrelang den Schein d…

  13. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 14

    lichkeit ihrer Wirkungen ist unvermeidlich, in welcher Gestalt sie auch immer erscheinen, welchen Zwecken sie auch immer dienen möge. Denn es ist ihr Wesen, das Vertrauen, das sie mißbraucht, zu erschüttern und die Herzen einander zu entfre…

  14. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 15

    15 Täuschung Anderer auch den Versuch der Selbsttäuschung verbindet, die das bleibendste Hinderniß der Selbstbesserung ist. Das letztere Motiv macht sich besonders dann geltend, wenn eine unerwartete Ueberraschung auf frischer That eintritt…

  15. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 16

    16 Von der ersten Lüge bis zur Lügenhaftigkeit ist noch ein weiter Weg. Wir wiederholen es: die Lügenhaftigkeit ist nicht ein Laster in dem Sinne, daß sie das Produkt einer Leidenschaft sei, die zur Lüge als solcher treibt. Denn die Lüge is…

  16. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 17

    17 Zerrbild umgestaltet, und daher den Ausdruck der eigenen Empfindung auch nicht mehr zu finden vermag, wenn sie dieselben in Wahrheit kundzugeben beabsichtigt. Der Lügenhafte verliert durch diesen fortgesetzten Widerspruch mit sich selbst…

  17. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 18

    18 ist nicht selten, daß achtbare Männer sich der unwahren Uebertreibung, die sie in ihren Erzählungen anzuwenden sich nicht scheuen, so wenig bewußt sind, daß sie mit wahrhafter Entrüstung einem Lügner gegenübertreten, der sich in bewußter…

  18. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 19

    19 — Die Lügenhaftigkeit schreitet so zur zweiten Stufe ihrer Entfaltung, zur vorbedachten Lüge fort, deren Zweck wohl noch derselbe ist: Abwendung eines selbstverschuldeten Nebels (Straflosigkeit für ein begangenes Unrecht), die aber in ih…

  19. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 20

    20 Produkt die erste Lüge zu sein pflegt und endlich auf die Richtung des Weges, der von diesen ersten Anfängen der Lmge, bis zur frechen und vorbedachten Lügenhaftigkeit führt — wollen wir nun an unsere Hauptfrage herantreten und uns nach …

  20. 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 21

    21 erschüttert, wenn die Verletzung dieses Naturgesetzes an irgend einem Punkte zum Bewußtsein kommt; wenn der Gedanke einmal in dem Kinde geweckt ist, daß die Uebereinftimmung des gesprochenen Wortes mit den Empfindungen und Gedanken des M…