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Einladungsschrift zu der am stattfindenden öffentlichen Prüfung der Volks- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 13

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Journal
Einladungsschrift zu der am stattfindenden öffentlichen Prüfung der Volks- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1860
Date
1860-01-01
Page
Seite 13 (sequence 17)
Language
German
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IRI
…/9643705-7658027--18-7658042
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13 Freund gehalten, gar zu bitter getäuscht worden. — Warum verschließt und bewacht diese verständige Hausfrau all ihren Besitz mit so mißtrauischer Sorgfalt vor ihrer Umgebung? Sie ist von einem Dienstboten, der sich Jahrelang den Schein der Ehrlichkeit gab, Jahrelang hintergangen worden; und nun glaubt sie auch dem Ehrlichsten dieses ohnehin so gedrückten Standes mit dem offenen Verdacht der Unehrlichkeit begegnen zu müssen. — Muß nicht auch der ehrenwerthe Kaufmannsstand ehrenkränkende Zweifel an der Zuverlässigkeit seines Wortes und seiner Versicherung ertragen, weil Einzelne seines Standes das Vertrauen zu demselben in weiten Kreisen erschüttert haben? Und untergräbt die Lüge Einzelner nicht die heiligsten Verhältnisse des Lebens? Drängt sich nicht durch die Lügenhaftigkeit Einzelner die trübe Wolke des Mißtrauens zwischen Eltern und Kinder, zwischen Lehrer und Schüler und vernichtet die festeste Grundlage der großen und erhabenen Wirksamkeit, die auf diesem Gebiet geübt werden sollte und könnte? Ja ist es nicht endlich durch diese Saat der Lüge schon dahin gekommen, daß überhaupt das gottgegebene Vertrauen aus dem Herzen der Menschen und aus dem Leben der menschlichen Gesellschaft gewichen ist, um der Herrschaft eines allgemeinen Mißtrauens den Platz zu räumen, das gegenwärtig die Grundlage des Weltverkehrs ist und die Welt regiert, oder wie man richtiger sagen sollte, verwirrt? Wahrlich, wenn der Lügner sich der ganzen Schwere der Verschuldung bewußt wäre, die er mit seiner Lüge auf sich ladet, er würde zögernd Bedenken tragen das verhängnißvolle Wort über seine Lippen zu bringen, das, einmal gesprochen, so unberechenbares Unheil zu säen im Stande ist; und er würde lieber das Nebel tragen, dem er durch die Lüge zu entgehen gedenkt, als die Verantwortlichkeit für so viel schwere Uebel, die er durch dieselbe anrichtet. Diese Verwerflichkeit trägt die Lüge an sich und diese Verderb-

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