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19261927
  1. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. [Seite]

    m DIE JÜDISCHE GEMEINDE UNABHÄNGIG-KRITISCHE MONATSSCHRIFT HERAUSGEBERN Bs BOTHO LASBRSTEIN/ J N HAI/ T * Kurt Walter Goldschmidt:......Das jüdische Problem Paul Frank:...........Jüdische Wohlfahrtspflege Franz Leschnitzer:..........Börne c…

  2. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. [Seite]

    …TSj: Verlag der Weltbühne cK™Äg Lest wenig aber Die Weltbühne Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft Herausgeber: Kurt Tucholsky Begründet von Siegfried Jacobsohn Die große Zeit der Lüge von Hellmut v. Gerlach Kartoniert 2 Mark Verschwörer und Feme…

  3. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 125

    Die Jüdische Gemeinde / Berlin, 15. Marx 1927 / I. Jahrg., Heft 5 DaS jÜdlSChe Problem von Kurt Walter Goldschmidt Ist es nicht eigentlich anmaßlich, einem tausendfach erschöpften Problem noch irgendwie persönlich und sachlich neue Seiten a…

  4. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 126

    bedingt; dennoch ist der deutsche Jude zugleich so tief von deutscher Kultur durchtränkt, mit deutscher Kultur verflochten, daß er sich zu einem großen, im persönlichen Einzelfall vielleicht überwiegenden Teil weit über alle höchst fragwürd…

  5. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 127

    fall geniale Ichbehauptung besonders schrille, leidenschaftlichbewußte Formen annehmen. In dieser Linie liegt etwa Weiningers boshaft-geistreiche Symbolik der „Fliege", unter deren Sinnbild sich ihm das Judentum darstellt (Massenhaftigkeit,…

  6. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 128

    Gehirne zu klischeehaftem, in Formeln erstarrendem Denken neigt — und man wird begreifen, daß die vorgefaßte Meinung der arischen Massen vom jüdischen Wesen gerade von jenen sich mit protziger Sinnfälligkeit einprägenden Typen abgeleitet is…

  7. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 129

    …itismus. — Auch kluge und gebildete Juden pflegen etwa den sicher klobigen Geistes- und Literatur- Antisemitismus eines Adolf Bartels in leichtem Spott lächerlich oder aber in sittlicher Entrüstung bitter-ernst zu nehmen; sie übersehen aber, daß dieser …

  8. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 130

    … solidarisch fühlen?! Hat nicht ein zutiefst in der altjüdischen Tradition der Zucht und Ehrfurcht wurzelnder Geist wie Nathan Birnbaum den „Kurfürstendamm" geradezu als das Antijudentum bezeichnet? — Falscher, überspitzter Intellektualismus: das fanden w…

  9. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 131

    man sie als Ganzwahrheit aussprechen, vollends als Jude?! — Der andere schrieb gelegentlich einer Umfrage: „Was ich bin und was ich habe, dank' ich dir, mein Judentum". Ehrlich und sympathisch — aber derselbe Literat fände vermutlich des Sp…

  10. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 132

    Brust schlagen und sich sagen: dal] er am Antisemitismus allerdings eine nicht unbeträchtliche Mitschuld hat. Hier ist noch ein gut Stück wesentlichster Selbsterziehung zu leisten. — Was befremdet und erbittert am modernen Juden noch zumeis…

  11. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 133

    Jüdische Wohlfahrtspflege von paui Frank Von jüdischer Wohlfahrtspflege wird in dieser Zeitschrift von Zeit zu Zeit zu berichten sein. Vorurteilslos und unparteiisch; anerkennend oder auch anklagend. Wenn Kritik — und nötigenfalls auch scha…

  12. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 134

    Menschen, die den Pulsschlag der Zeit nicht empfinden, nicht fühlen können. Warum haben schon immer anerkannte jüdische Fachleute des Fürsorgewesens grade in der Wohlfahrtspflege ihres Glaubens keine Rolle gespielt? Warum ist dies auch heut…

  13. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 135

    sagt — nötigenfalls revolutionär erscheinende Wege sind zu beschreiten. Bitte nicht zu erschrecken: nur revolutionär „erscheinende" Wege. Uralte Schriftworte geben dem Armen ein Recht auf Hilfe. Uralte Schriftworte fordern vorbeugende, prod…

  14. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 136

    …erungen über Goethe, auch in seiner Beurteilung anderer Schriftsteller, verriet Börne", verrät später Heine in dem Buch Ludwig Börne, „seine nazarenische Beschränktheit". Ich sage nazarenisch, um mich weder des Ausdrucks „jüdisch" noch „christlich" zu …

  15. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 137

    …n Jahre nach dieser Attacke, als Börne schon drei Jahre tot ist, wagt Heine die Gegen-Attacke: er schreibt das Pamphlet Ludwig Börne. Finis. 137

  16. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 138

    Das ist die Geschichte einer Gegnerschaft, zu der das bürgerliche Rindvieh alier Klassen und Rassen „Literatengezänk!' biökt. Wie dumm ist grade hier dies dumme „Schimpfwort"! Ja, die Gegner hier waren gottseidank Literaten; sie konnten ja …

  17. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 139

    Witzige Juden, jüdische Witze von Kari schno* Vielfarbig, gleich dem Licht aus Prismen, das ringsum bunte Fetzen streut, berichten grinsend Galizismen von unsern Leuten ,,unsre Leut". Du aber freust dich mit, mein Bester, dich reizt am Schi…

  18. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 140

    Ich stehe heute nicht an, diesen Satz als einen logischen Nonsens, zu bereuen. Welch' groteske Verlagerung aller Völker ergäbe sich, wollte man ihnen billigerweise dasselbe „Naturrecht" zugestehen, das ich für das jüdische Volk damals forde…

  19. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 141

    …alle des Verlustes des Suezkanales den Engländern immer noch offen steht. Und mehr noch. Von dem palästinesischen Hafen Haifa aus führt der berühmte Verkehrsweg bis zum Persischen Golf über Mossul (wo es bekanntlich nach Oel riecht, dessen Quell…

  20. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 142

    …erbund in Genf die Tore gleich weit geöffnet sind wie bei dem seit der englischen Kohlenkrise berüchtigt gewordenen Sir Herbert Samuel. Weizmann also sagte in einer Berliner Versammlung: „In zehn Jahren wird es kein freies Land in Palästina mehr geben, w…