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19261927
  1. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. Seite 55

    Am Rande Pietät Manchmal ~ in seltenen, feierlichen Augenblicken unseres Lebens — stehen wir für einen Augenblick still, um in uns hineinzuhorchen. Altes, urewiges Blut rauscht auf: Woher kommst Du? Wohin gehst Du? Wir fühlen in solcher Stu…

  2. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. Seite 56

    Steuerbedarf 1926: 4 875 898 R-.M. Eingegangen sind bis zum 21. 11. ca. 3 375 000 R.-M., sodaß bisher 1% Millionen fehlen. Wenn nun durch Mahnungen und Exekutionen noch % Million einkommt, so bleibt ein Defizit von 1 .Million. Anscheinend h…

  3. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. Seite 57

    …sschrift, die „Neue Rundschau" heißt, weil da alte runde Schauten mißtonangebend sind, mal sein sogenanntes Urteil über Kurt Hiller ab- und hierbei folgendes Sätzchen von sich gegeben: „Es gibt einen Punkt, wo der Goethesche Geist und der talmudische …

  4. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. Seite 58

    Was ist „Goethescher" Geist, wer ist der Flake? Einer, der Ideen beinah so oft wechselt wie unsereins nur Hemden und Hosen und Strümpfe. (Mal fordert er „Politisierung mehr als je", mal empfiehlt er „DePolitisierung"; mal mokiert er sich vo…

  5. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. Seite 59

    Das Postamt Siegfried Killeberger. Undank ist der Welt Lohn. Hab' ich Ihnen, da es Sie nun einmal trieb, die Verwaltung der Berliner Jüdischen Gemeinde um Ihre Person zu vermehren, das letzte Mal den Spiegel dieser Gemeindeverwalter vorgeha…

  6. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. [Seite]

    Jude. Dein ganzes Elend enthüllt diese Nachricht: „Die Königin Maria von Rumänien besuchte heute in Chicago die neuerbaute Synagoge der rumänischen Juden. Die rumänisch-jüdische Gemeinde hatte sich fast vollzählig eingefunden, um die Königi…

  7. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. [Seite]

    Sie wollen, daß diese Ihre Zeitschrift immer inhaltreicher und bunter wird? Dann: Sagen Sie Ihren Freunden und Bekannten, daß es eine unabhängig-kritische Zeitschrift gibt, in der man unbehindert die Wahrheit sagen kann: „Die Jüdische Gemei…

  8. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. [Seite]

    …ch, Berlin SW, Alexandrinenstr. 110, erscheint die Sammlung: Dokumente der Friedensnecoesuns Herausgegeben von Dr. jur. Botho Laserstein HEFT 1 Das Judentum ist der Friede I Von Dr. jur. Botho Laserstein HEFT 2 Pazifismus aus Vaterlandsgefühl u. Christenge…

  9. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. [Seite]

    „DIE JÜDISCHE GEMEINDE UNABHÄNGIG-KRITISCHE MONATSSCHRIFT HERAUSGEBEEL D-' BOTHO LASERSTEIN/ J N HAI/ T * Der Israelitische Heiratsmarkt Am Rande: Franz Leschnitzer, Bernhard Breslauer, B. Lst., Erwin Fliederbus…

  10. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. [Seite]

    …2s: Verlag der Weltbühne CK™"N» Lest wenig aber Die Weltbühne Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft Herausgeber: Kurt Tucholsky Begründet von Siegfried Jacobsohn Die große Zeit der Lüge von Hellmut v. Gerlach Kartoniert 2 Mark Verschwörer und Feme…

  11. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 61

    Die Jüdische Gemeinde / Berlin, 15. Januar 1927 / I. Jahrg., Heft 3 Milieu und Mentalität von Pabius Schach Es gibt keine schwerere Problematik als den Fragenkomplex, der mit dem Judenhaß zusammenhängt. Daß Reaktion und Antisemitismus in ir…

  12. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 62

    …örichter als die Angriffe, weil sie rein doktrinär ausgeklügelt ist. Manchmal beruht sie auf Unwahrheit und bildet, wie Ernst Simon mit Recht sagt, die schlimmste Erscheinung des Antisemitismus. Gewiß lächelt jeder tiefer veranlagte Mensch über den do…

  13. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 63

    stoß-Theorie zu konstruieren. Man konnte auch voraussehen, daß eine Volksverbitterung kommen, eine nationale Welle bei der Jugend aufsteigen werde, und mußte wissen, daß in Deutschland leider jeglicher Nationalismus einen antisemitischen Be…

  14. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 64

    Republikaner zu gelten. Aber sind sie wirklich ehrlicher, vernünftiger geworden? Sind sie nicht die alten Philister geblieben? Hassen nicht viele von ihnen die Kommunisten und Sozialisten noch viel mehr als die Völkischen und Deutschnationa…

  15. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 65

    Und wo die großen Mittel versagen, wie sollen da die kleinen helfen? Max Mayer hat mit Recht in diesem Blatt ausgeführt, daß die zentralisierte Abwehr gänzlich verfehlt ist. Eine große Abwehr-Zentrale imponiert nur politisch unreifen Juden.…

  16. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 66

    nicht von dem gesunden Menschenverstände abgebracht wird. Das Proletariat ist der Träger des wahren Nationalismus, weil es seine Heimat mehr als sein Geld liebt. Aber es weiß auch, daß Nationalismus kein Ding zum Protzen ist. Es weiß auch, …

  17. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 67

    sondern organisch auflebt. Ein Milieu, in dem sich alles Jüdische natürlich auslebt. In dem man sich des Jüdischen nicht schämt und auch nicht damit protzt, sondern es lebt und erlebt. Ein Milieu, keine Partei, keine Clique! Wo sich Geist z…

  18. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 68

    …iniges Streben des Judentums bedeutet, sondern getragen ist von allen Religionen, auch vom Christentum, wie es etwa von Adolf von Harnack aufgefaßt wird. Aber das Judentum hat diese Fackel seit Jahrtausenden vorangetragen und wird sie weiter vorantragen, bi…

  19. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 69

    … deshalb nicht tadeln und ihnen nicht zürnen. Aber kein jüdischer Nationalstaat, kein Pro-Palästina-Komitee, mag es von Werner Sombart, mag es von Männern begünstigt sein, die nicht ahnen, wohin die Reise geht, wird das Rad der Weltgeschichte zurückdrehe…

  20. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 70

    …der wie unklar und ungewiß klingt in der Stunde der Berufung zum Propheten das Wort der Gottesschau aus dem Munde eines Jesaja: „Wehe mir, ich vergehe, — denn meine Augen haben den König, den Ewigen der Heerscharen geschaut!" (Jesaja 6, 5.) Es is…