Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 350

    350 ein Auszug aus den Dictaten des ConfirmationSunterricktes, und diese Dictate wiederum nur der Stoff zu weitläufigen Erörterungen und Belehrungen sein. Während z. B. der zu dictirende Leitfaden in den Konfirmationen des Schreibers dieses…

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 351

    so wird er repetirt, wobei die Antworten die Dictate nur dem Sinne nach, die Bibelverse aber durchaus wörtlich geben müssen. Zu bemerken ist hierbei, daß nicht blos das repetirt werden muß, was niedergeschrieben ist, sondern die wesentlichs…

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 352

    352 wird es auch sehr zweckdienlich sein, Aufsätze von Konfirmanden anfertigen zu lassen. Man fange bei diesem Bibellesen mit einigen Kapiteln der Sprüche Salomonis an, lasse einige Psalmen folgen, dann die ersten Kapitel des Predigers, und…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 353

    i - .'iE )ju ' :- ' ^.iL Demerkunge» über Schule und Erziehung. Sobald ich in eine Schule trete, sind es drei Gegenstände, die alsbald meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen: die Schüler, das Schulzimmer und der Lehrer. Die Schüler — aus welc…

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 354

    35L Kindern selbst ein Kastengeist, und in den Schulen, die für Begüterte bestimmt sind, ein Hochmuthsgeist aus, der sebr verderblich ist: so wie im Gegentheil Schulen, die nur für Arme sind, ein Gefühl der Bedrückung und Beschränkung mit s…

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 355

    / 363 Dasselbe läßt sich vom allgemeinen Geiste der Schule sagen. Eine Schule muß gar nichts Ungebildetes dulden, sie darf der Unbildung gar keinen Raum, keine Gelegenbeit geben, sich zu äußern; die Schule muß gleichsam von der Luft der Bil…

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 356

    366 der Luft, und — äußere Ausschmückung. Nichts ist.ungesunder, als das Zusammenschichten von Kindermassen auf schmalen Bänken und in engen Zimmern. Die Schüler müssen weitläufig aus den Bänken sitzen, sich nicht allzunabe berühren und pre…

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 357

    357 im Schulzimmer aufgehängten Bilder müssen mannichfaltig und aus den verschiedenen Gebieten entlehnt sein, um dann und wann im Unterrichte darauf zu verweisen, und Einzelheiten leichter einzuprägen. Man könnte dies auch zu einem moralisc…

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 358

    358 weil dies ein so wichtiges Kapitel ist, will ich nächstens einige Bemerkungen darüber besonders hinzufügen. Ehedem ein vielgelesenes, jetzt vielvergeffenes Buch ist das Buch über die Erziehung der Kinder von Plutarcb (Trsxi 7r«'!8(,)v «…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 359

    359 nichts weiter als eine lange Angewöhnung. (Kap. L.) Die Erziehung muß frühzeitig anfangen, denn die Kindheit ist wie Wachs leicht zu bearbeiten, und Plato schreibt schön und würdig vor, daß die Ammen den Kindern nicht aller- , Hand Fabe…

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 360

    360 Sohn und den Sclaven, den du kauftest. Also auch damals schon war der wohlfeilste Lehrer der willkommenste. Sehr naiv fährt Plutarch fort: was? du weisest deinen Sohn an, mit der rechten Hand zu essen, und schreiest, und schreiest, wenn…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 361

    lassen. (Kap. >0.) Neben diesem ist durchaus nicht die körperliche Uebung zu vernachlässigen, um sowohl den Körper geschickt als stark zu machen. Wie man bei heiterm Himmel das bereitet, was gegen Sturm und Ungewitter schützt, so muß man si…

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 362

    362 ist der Schatten des Handelns. Alsdann muß man sie zur Freundlichkeit anleiten, um im Dispute nachgeben zu können. Euripides sagt: „Wenn Zweie sprechen, und der (Line bitzig w rd. So ist der der Weise, welcher nicht antwortet/' «Diese Verse sin…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 363

    363 ten Kapitel, wenn die Jünglinge zu sehr den Vergnügungen ergeben wären, sie zu verheirathen : das sei das sicherste Band der Jugend. Hierbei wäre zu berücksichtigen, daß die Gewählte weder an Stand noch Reichthum über dem Jünglinge steh…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 364

    ls. Linigts über dir Bestimmung de« jüdischen Predigers. Daß die früheren Draschoth meist zur Aufgabe hatten, Aussprüche der Talmudiften und Rabbinen, die sich widersprechen oder zu widersprechen scheinen, in Einklang zu bringen, daß ihr Ge…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 365

    366 Religion neigt, und diesen zu seinem Bedürfnisse macht, Etwas da sein muß, um, wie sich die Aelteren ansdrücken, ^2^ zu hören. Insofern aber das Predigen ein wesentlicher, regelmäßiger Tbeil des Gottesdienstes wird, eine bestimmte, kuns…

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 366

    366 Wozu denn aber nun das Predigen? das Predigen in unfern Synagogen? das israelitische Predigen? Warum überall, aller Orten dieser Drang zum Predigen, und Predigthören? Ist es ein neuer Schmuck des Gottesdienstes, eine Ergötzlichkeit? ode…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 367

    367 ceremoniellen Gesetzen verkörpert hat, um dadurch den Israeliten im religiösen, heiligenden Leben durch die ganze Zeit des irdischen Daseins zu erhalten und zu befördern.*) Dies ist mein Glaubensbekenntniß als Verkündiger des lebendigen…

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 368

    368 den soll, daß er es weder gestatten darf, daß die Bedeutung der ceremoniellen Gesetze unerkannt bleibe, und die Ausführung derselben dadurch wirkungslos, noch daß der Israelit sich vom ceremoniellen Gebiete seiner Religion ganz enrferne…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 369

    369 scheu Genüge geschehen ist, so ist er zu Allem bereit. Und Enthusiasmus schafft Enthusiasmus. Aber der leidige Eigennutz, die Sucht zu glänzen und auszufallen, sei es durch Altes oder Neues, sobald diese sich hineinmischen, wird der ger…