Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 378)
- Language
- German
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366 der Luft, und — äußere Ausschmückung. Nichts ist.ungesunder, als das Zusammenschichten von Kindermassen auf schmalen Bänken und in engen Zimmern. Die Schüler müssen weitläufig aus den Bänken sitzen, sich nicht allzunabe berühren und pressen, das Zimmer muß geräumig und boch sein. Durch ersteres wird auch die Aufsicht erleichtert, durch letzteres jener eigentbümliche Geruch, der im Schulzimmer sich anbäuft, und so eigentümlich und schädlich ist, fast wie der Branntwein- und Tabaksgeruch in Schänken, vermieden. Wir müssen nie vergessen, daß das Schulzimmer der Aufenthalt unsrer Kinder während des größten Tbeils des Tages ist, und also hierzu passend und gesund sein muß. Hierbei ist es nun ein Herzenswunsch von meiner Seite, daß die Einförmigkeit, die meist in den Schulzimmern herrscht, die kahlen, weißen Wände, aus denselben verschwinden, und einer gewissen Ausschmückung Platz machen mögen. Wenn eine grüne Farbe, so wohlthätig für die Augen der Kinder, die Wände bekleidet, Landkarten und Portraits bedeutender Männer, Darstellungen von wichtigen Geschichtsereignissen, die zehn Gebote und Anderes dieselben bedecken: so wird das Schulzimmer einen erfreulichen Eindruck auf die Kinderseelen machen, dessen sie sich in späteren Jahren noch mit Vergnügen erinnern werden, und der ihnen ein gewisses ästhetisches Gefühl einprägen wird, welches mit dem moralischen Hand in Hand geht. Im Philanthropin wurde bekanntlich von Basedow die erste Anregung gemacht, den Unterricht durch Gemälde und Bilderwerke zu unterstützen. Er ging hierin zu weit, indem er den ganzen Unterricht in der Erklärung solcher Bilder bestehen ließ. Diese Idee bat Göthe in seinen „Wanderjahren" höchst geistreich aufgesaßt, jedoch ist sie bei ihm nur Dichtung. Ich meine nun nicht, eine solche Bilderreihe für die Schulzimmer anzuschaffen, um einen ganzen Unterrichtsgegenstand damit zu absolviren. Dies gibt nur Anlaß zu Störungen, Nachlässigkeiten und Spielereien, und nimmt dem Unterrichte seinen Ernst und seine Würde. Die