Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 382)
- Language
- German
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360 Sohn und den Sclaven, den du kauftest. Also auch damals schon war der wohlfeilste Lehrer der willkommenste. Sehr naiv fährt Plutarch fort: was? du weisest deinen Sohn an, mit der rechten Hand zu essen, und schreiest, und schreiest, wenn er die linke ausftreckt, aber daß er rechte Reden höre, darum bekümmerst du dich nicht? Mit wahren Farben schildert er die Folgen solcher vernachlässigten Erziehung, aber wir wollen die Eltern damit nicht belästigen, da die Erfahrung sie ihnen leider oft genug vor Angen führt. (Kap. 7.) Eine sorgfältige Erziehung, heißt es weiter, führt zur Tugend, und diese allein bewirkt die Glückseligkeit. Denn die übrigen menschlichen Güter sind geringfügig, und eines ernsteren Eifers nicht wertb. Als Demetrius Megara durch Kriegsgewalt genommen, und dem Boden gleich gemacht, frug er den Megarenstschen Philosophen Stilpo, ob er etwas verloren habe? Ich habe nichts verloren, antwortete dieser, denn die Tugend kann durch Kriegsgewalt nicht genommen werden. (Kap. 8.) Plutarch verlangt, daß der Knabe zwar in den übrigen Wissenschaften auch unterrichtet werde, jedoch mehr oberflächlich, am meisten und sorgfältigsten aber in der Philosophie. (Was aber bei den Alten Unterricht in der Philosophie hieß, das begreift jetzt der Religionsunterricht). Denn durch diese lernen wir, was rechtlich, was unrechtlich ist, was gerecht, was ungerecht, was zu erstreben, was zu fliehen ist, wie wir uns gegen die Götter, gegen die Eltern, gegen Aeltere, Gesetze, Fremde, Obrigkeit, Freunde, Weiber, Kinder, Diener aufführen müssen; nämlich daß wir die Götter zu verehren, gegen die Eltern Ehrfurcht zu haben, Aeltere zu ehren, den Gesetzen zu gehorchen, der Obrigkeit Folge zu leisten, die Freunde zu lieben, gegen die Frauen uns klug zu betragen, die Kinder zu lieben, die Diener menschenfreundlich zu behandeln, verpflichtet sind; daß wir aus Glückssällen nicht zu viel , Freude, aus Unglücksfällen nicht zu viel Trauer ziehen, der Wollust uns nicht ergeben, durch den Zorn uns nicht Hinreißen