Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 379)
- Language
- German
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357 im Schulzimmer aufgehängten Bilder müssen mannichfaltig und aus den verschiedenen Gebieten entlehnt sein, um dann und wann im Unterrichte darauf zu verweisen, und Einzelheiten leichter einzuprägen. Man könnte dies auch zu einem moralischen Hebel für den Geist der Klassen machen, indem man gewisse bedeutsame Gegenstände nur den Klassen ertheilt, die fich durch allgemeinen Fleiß und durch Sittlichkeit auszeichnen, und sie ihnen dann nimmt oder bedeckt, sobald sich ein Mangel an jenen verspüren läßt (wie die Fahnen der Regimenter). So trifft denn mein Blick zuletzt ans den Lehrer. Ich bin kein Freund von alten Schulmännern. Bei allem Geiste ist der Schulpedantismus unausbleiblich mit dem Alter verbunden. Der einmal eingeschlagene Weg wird fest, eisern, zur Nothwendigkeit des Lehrers. Da nun sowohl die Wissenschaften selbst, als auch die Forderungen und Bedürfnisse in Bezug auf den Unterricht, und wie ich behaupten möchte, auch die Kinderwelt, nicht dieselben bleiben, so kann auch nicht die Methode, der Lehrcharakter, die Behandlung bleiben was sie ist. Daher sollte, sobald ein Schulmann in's Alter rückt, er pen sionirt, oder anderweitig im Staats- oder Gemeindedienste verwandt werden. Junge Lehrer haben selbst noch das Leben in der Schule lebendig im Gedächtnisse, sie haben Muth und Jugendkraft, und stehen an Frische des Gemüthes dem kindlichen Alter noch näher. — Nichts ist mir angenehmer, als auf dem Antlitz des Lehrers das sanfte Lächeln der mit Liebe verbundenen Würde zu treffen, nichts widerlicher, als dem fatalen Lächeln der selbstzufriedenen Eitelkeit zu begegnen — diese sind sehr charakteristisch verschieden, und geben dem ganzen Unterrichte eine andre, entgegengesetzte Wendung. Eines der schwierigsten Kapitel ist das über die Autorität des Lehrers und deren Aufrechthaltung. Es ist unglaublich, was durch den Mangel an Ansehn für Schaden geschieht, jahrelanger Unterricht wird nutzlos gemacht, das Leben des Lehrers von Bitterkeit und Aergerniß untergraben. Doch eben