Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 387)
- Language
- German
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366 Religion neigt, und diesen zu seinem Bedürfnisse macht, Etwas da sein muß, um, wie sich die Aelteren ansdrücken, ^2^ zu hören. Insofern aber das Predigen ein wesentlicher, regelmäßiger Tbeil des Gottesdienstes wird, eine bestimmte, kunstgerechte Form bat, sich bloß außer Text und gelegentlichen Anführungen in der deutschen Sprache bewegt, und eine ganz andere Tendenz besitzt, nämlich wie gesagt, eine moralische und theosophische, denn auch da, wo es sich in's Ceremonielle versenkt, geschieht es, um die zu Grunde liegende moralische und theosophische Idee zu finden, nicht aber um das Ceremonielle an sich selbst zu betrachten und es festzustellen, welches es vielmehr als gegeben voraussetzt: insofern, sage ich, ist das Predigen eine, neue Institution. Frägt es sich eben nun, inwiefern es mit der bisberigen Form unseres Gottesdienstes in wahrhaften, festen, innigen, harmonischen Zusammenhang tritt: so wird man bald einsehen, daß das Predigen sich am füglichsten mit dem Vortrage aus der Thora (mit dem sogenannten Leinen) verbindet, und mit diesem zu Einem verschmilzt, so daß die Predigt wie ein Kommentar zur eben vorgetragenen Paraschah wird, ohne daß hiemit gesagt wird, daß die Predigt immer ihren Text aus der vorgetragenen Paraschah zu nehmen, und diese als Gegenstand zu behandelu brauche. Hiezu haben wir denn das Vorbild schon in der heiligen Schrift selbst; -IS? IW -LDN rr-M "iEI M VN rstz LSI S'ILY S'ttWn rrHry 1LS3 yeM : 8^/32 — Späterhin werden die Leviten noch einmal 25N ri-r genannt.*) *) Einen ähnlichen Anknüpfungspunkt geben die Emoraim, welche die Aussprüche und Vorträge der Nesiim (Cbacham oder Darschan) in der Uebersetzung und erklärend am Sabbath und an den Festtagen dem Volke vortrugen (besonders zu den Zeiten des R. Jehudah hakkadosch).