Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 383)
- Language
- German
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lassen. (Kap. >0.) Neben diesem ist durchaus nicht die körperliche Uebung zu vernachlässigen, um sowohl den Körper geschickt als stark zu machen. Wie man bei heiterm Himmel das bereitet, was gegen Sturm und Ungewitter schützt, so muß man sich in der Jugend die Tüchtigkeit als ein Reisegeld sür das Alter verschaffen. Doch muß man hierin Maß halten, damit man dadurch vom eigentlichen Studium nicht abgebalten werde. (Kap. 11.) Die Erziehung muß durch Ermahnung und Lobspruch, nicht durch Schläge und schimpfliche Behandlung geleitet werden. Lob und Tadel müssen abwechseln, damit die Knaben nicht durch zu viel Lob aufgeblasen werden, und durch zu vielen Tadel die Scham verlieren. (Kap. 12.) Diejenigen Eltern irren sehr, welche ihre Kinder mit zu vielen Arbeiten überladen, um sie auf einmal gelehrt zu machen; denn dadurch werden sie gerade lässig und schwerfällig: wie die Pflanzen etwas Wasser ernährt, zu viel erstickt. Die Erholung ist die Würze der Arbeit. Noch mehr Tadel aber verdienen die Eltern, welche, wenn sie ihre Kinder den Lehrern übergeben haben, sich gar nicht mehr um sie bekümmern. Man muß bisweilen ihre Fortschritte selbst untersuchen, und nicht alle Hoffnung auf Miethlinge setzen. Auch Pflegen die Knaben selbst an Eifer zu gewinnen, wenn sie wissen, daß sie Rechenschaft geben müssen. Am meisten muß man das Gedächtniß der Knaben üben, denn dies ist wie ein Magazin des Wissens. Darum fabelten die Alten, daß die Mnemosyne (das Gedächtniß) die Mutter der Musen sei. Hierbei muß man nicht berücksichtigen, ob die Kinder von Natur starkes oder schwaches Gedächtniß haben. Denn im erstem Falle wird es noch mehr gestärkt, im andern der Mangel ersetzt. Vortrefflich sagt hierüber Hesiod: „Wenn du zum Kleinen das Kleine fügst. Und oft, so wird ein großer Haufe daraus." (Kap. 13.) Vorzüglich muß man die Kinder von obscönen (schamlosen) Reden abhalten. Demokrit sagt: die Rede