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98 tages schließt sie ein, Wolken tragen sein Gestänge, und fernab, weltverloren gleich den Träumenden, geigt ein alter Jude sein Lied, dessen geheimer Klang das ganze Bild innig zu erfüllen scheint. Oder: die Liebenden träumen. Noch hat si…
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99 zu ihren Füßen vom Boden Körner pickte, mit ihnen in den Himmel auf, geleitet sie schirmend der alte Baum und, man weiß, sie werden wiederum erwachen, der Erde und dem Tag zurückgewonnen sein .. . Ort und Stunde aber gehen nicht anders v…
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…oyce, der die Geschichte seines Helden in die Assoziationen seiner Gedanken auflöst, kennt Raum und Stunde so wenig wie Hermann Hesse's »Morgenlandfahrt«, die nicht zufällig in jenem Stil anhebt, in dem Franz Kafka den ewigen Alltag seiner Romanfragment…
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…: rno Id Z weig »Deutscher von Erziehung, Jude von Grundwesen und Wahl, Geistiger aus Leidenschaft«, so bezeichnet sieh Arnold Zweig. Und diese drei »Eigenschaften« hestimmen sein Werk, geben seinem Schaffen ein Gepräge, das seines Schöpfers Veröffentl…
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102 Selbstbewußtsein, sprechen den Dichtern übermenschliche Kräfte zu und stellen sie anderen Menschen voran. Mit welch' innerer Hingabe, mit weither seelischen Überzeugung, aber auch mit was für einem großen Vertrauen auf sein Können muß d…
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103 lieh ist und allem Ausgeklügeltem und Ausgetüfteltem fernliegt. Denn Arnold Zweig ist im Tiefsten demütig und empfindet vor allem Sein Ehrfurcht, da er die Heiligkeit allen Seins fühlt. So und nur so b…
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104 die Geschichte des deutschen Dramas gibt und das ein durchaus heutiges Buch wurde, in dem unsere Tage leben und die Sorge eines »Geistigen aus Leidenschaft« bang zittert. Aber noch einmal, vor der endgültigen Gestaltung und Durchdringun…
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… und Liehe« sich zur »Befreiung« geschrieben. Und gerade daraus fand er die Anerkennung und Sympathien. Was den Dichter Arnold Zweig und sein Werk seinen Lesern so nahebringt, sind die eingeborene Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit seiner Kunst. Die läßt i…
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106 Stramens: Hermann Struck Der Künstler, der als »Radierer« in unserer Zeit unerreicht sein dürfte, entstammt einer angesehenen Berliner gesetjestreuen Familie. Schon in seiner Jugend bekannte sich Hermann Struck, dessen sechzigsten Gebur…
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109 Walter Kaufmann ist in Karlsliail geboren, Aber das Werk, das in großer Fülle und Dichte durch ihn Gestalt gewinnt, hat nichts gemein mit den musikalischen Strebungen seines Geburtslandes. Stärker noch als in Gustav Mahlers Tonsprache i…
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mal. deren Folklore er in Liedersammlungen, in einem Klavierkonzert aneli, festgehalten hat; Rußland hernach, das in zwei Opern Gestalt geworden ist, Texten folgend, die naeh Gogol Otto Piek zu verdanken sind; das mütterliche Erdreich der S…
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111 Alfred Neumann: Die Vaterschaft Haber bemerkte anfangs November an der Großherzogin eine Unruhe, die — wenig .sichtbar für die übrigen — ihre geschlossene Art merkwürdig leidvoll machte. Nach einigen Tagen der ausweichenden Antworten be…
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112 meiner Kraft noch die meines Unglücks. Mein Kind wird leben. Ich werde es lieben, wenn ich mich vor ihm verneige. Ja, ich bin ehrlich: ich werde es lieben, weil ich mich vor ihm verneige — ja, weil ein Land vor meinem bunten Blut saluti…
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113 »Wir werden nach Paris fahren«, sagte er leise. Sie wehrte lebhaft ah. »Nein, nein, Lieber! Glaubst du, ich lasse meine kleinen Sentiments aufmarschieren, um deinen großen Entschluß zu verdrängen? Ich wollte gewiß keine Rührung erzielen…
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114 allem bequem izu behandelnder Mann. Er war zur Stelle, wenn man ihn brauchte — und zumal in der wirren letjten Zeit brauchte man ihn oft — seine kluge, besonnene Art war verläßlich und angenehm und sein Rat von immer kompetenterer Bedeu…
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115 Haber nabin sieb zusammen; die Scharfsichtigkeit des Fürsten verblüffte ibn: er durfte den Gegner nicht unterschätjen. »Etwas Ernstes, königliche Hoheit«, sagte er sehr ruhig. Der Großherzog ging mit seinem schlenkernden, knieweichen Ga…
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116 »Sie haben mein volles Vertrauen, lieber Baron. Bitte, sprechen Sie«, sprach er mit verlegener Jovialität. Haber strich sich über die Stirn. »Es ist große Offenheit erforderlich, königliche Hoheit«, begann er ernst, »aber bedenken Sie b…
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117 sieht des andern. Haber bückte sieh über die Tischplatte und sprach leise: »Ihre Königliche Hoheit ist in Hoffnung.« Der Großherzog sprang auf, mit blassen Lippen; er ging an dein Mann vorbei, wortlos, ohne ihn anzusehen, ohne ihn zu st…
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118 weilen matt sieh in einen Sessel werfend. Dünn ließ er sich bei der Fürstin melden. Ihre Augen waren ein wenig rot und trüb; sie begrüßte ihn ruhig, mit müdem Lächeln; er küßte ihr arti-g die Hand. »Wie fühlen Sie sich, Madame?« fragte …