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138 Sinn dieses Ritus. Das erste Menschenpaar, so stellt es sich die Uberlieferung vor, hat seine Hochzeit im Garten Eden in einer solchen Chuppa gefeiert — Grund genug, dass wir stets daran anknüpfen. Dieser Gedankengang ist einzig würdig …
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139 Das Zurückgreifen auf das Paradies kommt noch in einem allerdings weniger bekannten Moment zum Ausdrucke. Die frühesten Geonim berichten, dass angesichts einer Jungfrau noch eine Berakha gesagt wurde, deren wichtigsten Worte also lauten…
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140 Jahren ist der Jüngling reif zur Ch.« meint das Wort »Hochzeit« im allgemeinen. Immerhin haben sich im Talmud und Midrasch genug Stellen und Sprachwendungen erhalten, aus denen der ursprüngliche Sinn von Chuppa ersichtlich ist, und selb…
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141 nun die Braut vor den Blicken des sie segnenden — Rabbiners verhüllt sein? Das ist nicht anzunehmen. Man findet auch, dass die Braut an ihrem höchsten Freudentage mit dem Bedecken ein Zeichen der Trauer auf sich nehmen soll (denn um Jer…
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142 eines der Dinge ist der Kauf durch einen Wertgegenstand, wenn noch so klein. Das Ganze ist also ein Überbleibsel der allbekannten Kauf ehe. Die Frau muss aber mittlerweile und ganz besonders durch die christliche Weltanschauung im Werte…
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143 jüdischen Inschriften lassen erkennen, dass der Akt der Trauung in der Synagoge vor sich ging. Die griechisch-römische Umgebung wird also hier auf die Juden eingewirkt haben. Bei den Christen, das wissen wir, hatte das römische Gesetz e…
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144 Die franco-germanischen Rabbiner sprechen zuerst davon, ein Beweis, dass der Ehering in dieser Welt aufkam; am ehesten mag man an die Franzosen denken, die im Punkte der Galanterie immer vorangingen. Zwar kommt ein Verlobungsring — nich…
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…Widerstreit kennzeichnet die romantische Epoche auch hinsichtlich der Judenfrage. Um die Mitte des 18. Jhdts erst hatte Moses Mendelssohn den Eintritt der Juden ins deutsche Geistesleben bewirkt; die nächste Generation schon, und seine eigenen Töchter nahme…
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…end die bürgerlichen Verhältnisse der Juden", Haupt und Sprecher der judenfeindlichen Tischgesellschaft war der Dichter Ludwig Achim von Arnim. Er hatte, wie alle märkischen Grundbesitzer, durch die unaufhörlichen Kriege und Kriegslasten schwer gelitten, war der…
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147 Tageblatt" 1913, Beilage „Der Zeitgeist" Nr. 3). Arnims brutale Gesinnung in der Judenfrage bewährt auch eine fragmentarische Novelle, die wohl zur Zeit des Itzig-Streites entstanden, aus dem jüngst versteigerten Nachlass des Dichters v…
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148 daran, als der Überdruss mir eine Erfrischung notwendig machte. Ich hatte mein Geschick zu manchem kennen gelernt, aber bald musste ich auch mein Ungeschick erfahren, ich hatte soviel mit Christen gelebt, dass ich vergessen hatte, dass …
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149 strenge gegen sich gefunden. — Ich bitte Sie um ihrer christlichen Liebe willen, sprach er wehmütig, nennen sie mich nicht einen Glaubensgenossen dieser Ungläubigen, dieser geselligen Juden, die ohne alle Religion blos der geselligen Ei…
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150 KUNST Die neue Synagoge. Von Univ. Prof. Dr. MAX EISLER. Nun endlich sind wir so weit. Unser Tempelbau hat den gleichen Schritt mit der neuen Baukunst gefunden. Seit dreissig Jahren ist diese neue Bauweise im •Gange. Es begann mit der L…
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… gebaut. Schon die Art der Ausschreibung bei den Wettbewerben — 1925 für Hietzing, soeben für Zürich unter der Jury von Erich Mendelsohn — ist korrekt und einsichtig geworden. Und das ist vielleicht das Wichtigste. Denn es zeigt, dass man den Gedanken der …
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…rum: Bauleute heran! Wir wollen ihr Zeugnis hören. Nach dem Mann aus Deutschland, den Wiener und endlich den Holländer. Fritz Landauer geht zunächst auf den historischen Verlauf der Dinge ein. Er schreibt: „Um die heutige Aufgabe zu skizzieren, so wie si…
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153 dies m. W. zuerst in Deutschland; es geschah solches gleichzeitig, wenigstens zum Teil mit dem Auftreten jüdischer Architekten als Erbauer (neuere Synagogen dieser Epoche sind, als bessere Beispiele, jene von Hugo Gorge, Synagogenentwur…
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154 sem Gebiete. Zum ersten Male ward mir von der Gemeinde zu Plauen i. V. die Aufgabe zuteil — wiederum für eine liberale Gemeinde — ein Gemeindehaus mit Synagoge im neuzeitlichen Sinne durchzuführen. Ich fand dort grösstes Verstehen und E…
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155 schimmernden Vorhang bedeckt in feierlicher Messingfassung. Zu einem engeren Wettbewerb für einen neuen Tempel zu Hamburg geladen, nahm ich die Gelegenheit wahr — über die bisherigen Aufgaben hinaus — die Gestaltung eines eigentlichen T…
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156 liehe Grund hierzu ist die Erweiterungsmöglichkeit des nicht übermässig grossen Haupttempels an den Feiertagen; der gottesdiensttechnische Vorteil liegt darin, dass für die normalen Gottesdienste, durch Abschliessung der Wochentagssynag…
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157 typische Gestaltung, die den Bedingungen unserer Zeit entspricht...." Der Wiener Hugo Gorge, der Urheber eines preisgekrönten Entwurfes für die Synagoge in Hietzing, fasst zunächst das Wesen der Sache ins Auge: „Das Charakteristische de…