Mannheim
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  1. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 158

    158 Alte Zeremonien, wie die Umzüge mit der Bundeslade, der Aufbau der Laubhütte im Freien, die Hochzeitsprozessionen, das Beten unter freiem Himmel nach Eintritt des Neumondes und anderes, spielen im Rituale eine wichtige Rolle. Daher ist …

  2. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 159

    159 Beim Projekt der Hietzinger Synagoge wurde versucht, allen erwähnten traditionellen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen. Man tritt axial auf einen Brunnenhof ein, der den Mittelpunkt der baulichen Anlage bildet, und gegen den sich das Ha…

  3. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 160

    160 Blick nach dem Zeremonienhof und dem Garten öffnet. Der Garten ist dem Niveau angepasst und terrassiert. Der erste Stock ist als geschlossener Raumkomplex für die internen Gemeindeangelegenheiten ausgebaut. Da diese Räume des ersten Sto…

  4. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 161

    161 Die Wände sind weiss; die Vorhalle und zum Teil der Hauptraum sind mit dunklen Stoffen behängt, zu denen in beiden Räumen blank polierte Messinglampen, im Vestibül Wandarme, im Hauptraum am Almemor zehn Hängelampen, in Kontrast treten. …

  5. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 162

    162 Meter hoch) drückt eine uns bekannte Vorstellung aus; mit den Emblemem des Kultus versehen, zeigen sie alle Gestalten oder Episoden, mit denen wir so intim vertraut sind, — sie symbolisieren unsere heiligen Feste, die zwölf Stämme u. a.…

  6. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 163

    163 Aber wir sind der Meinung, dass auch die Bekenner anderer Richtung sich über kurz oder lang hier finden werden. Denn die jüdische Tempelform, die wir mit Hilfe unserer Bauleute anstreben, kann folgerecht nur aus der sorgfältigsten Wahrn…

  7. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 164

    164 Bekenntnis zum Judenfum. Von LUDWIG MEIDNER. Der folgende Beitrag, ein interessantes Bekenntnis zum orthodoxen Judentum, stammt von einem der originellsten jüdisch…

  8. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 165

    165 und damit, wie unter einer Fahne von Licht und bekleidet wie mit einem feurigen Panzer hoffe ich auszuharren bis zum letzten meiner Erdentage. Und wenn es auch nicht immer so war, wenn auch ich, fast zwanzig Jahre lang, das flache, unst…

  9. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 166

    166 und Heiligkeit. Auch die Völker haben ihre religiösen Bekenner — Israels Gebete aber sind wirksamer und trotz aller schrecklicher Verfallserscheinungen stehen auch heute jeden Tag, Myriaden von Jehudim sich beugend und sich bückend in d…

  10. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 167

    167 Eine Labe ohnegleichen ist der Kidduschwein und alle Süpplein und Speisen schmecken hundertmal besser als an gewöhnlichen Tagen. Auch der Schlaf am Nachmittag, wenn man einen tut, ist kräftigender als der alltägliche Schlaf, traumlos od…

  11. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 168

    168 das Joch des Himmels auf sich nahm, wird von kaum Einem noch verstanden! Fern liegt es auch dem religiösen Juden, den heiligen Stoff aus T'nach und Talmud in Malerei oder Bildwerk auszudrücken. Das Gestalten religiöser Stoffe war stets …

  12. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 169

    169 Jüdische Künstler malen ihre Elfern. Von WILL PLESS, Berlin. Es ist viel darüber geschrieben und gestritten worden, ob es in der Gegenwart eine jüdische Kunst gibt oder nicht. Uberblickt man die in Technik, Auffassung, Temperament und T…

  13. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 170

    Joseph Budko: Meine Eltern. /

  14. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 171

    171 jüdisches Seelenleben und Pietätsgefühl sie besonders prädestiniert: im Porträtieren ihrer Eltern. Hier werden Stimmungen und Verbundenheiten, Erkenntnisse und Gefühlstiefen sichtbar und bildhaft verdichtet (am stärksten von den aus dem…

  15. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 172

    172 bewegenden deutschen Novembergruppe gehört, Issai Kulvianski, hat — in Technik und Vortrag und sonst auch im Thema modern — dennoch in einem Bild seiner Eltern die Welt des Ostens beschworen, die er als Mensch längst hinter sich Hess. I…

  16. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 173

    …ildnis seiner Mutter das Leid, die Erfahrung der Ahnen und seine eigenen Kämpfe und Enttäuschungen gemalt. Er hat Prof. Max Liebermann: Bildnis der Eltern des Künstlers. in diese Mutteraugen, diesen Mund alle Herbheit und Skepsis aus Jahrhunderten getan …

  17. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 174

    174 nicht weniger jüdisches Leben liegt, — Jüdisches einer anderen Sphäre — als in den Bildern des Ostens. Leo M i c h e 1 s o n, der Rigaer, doch ganz in westlicher Kultur Gewordene, dieser kluge Skeptiker, dieses starke Talent der Mensche…

  18. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 175

    …kung gibt: die Wirkung eines lebendigen Judentums, das mit wun- , derbarer Kraft fortlebt von Geschlecht zu Geschlecht. Felix Nussbaum: Bildnis meiner Mutter. K. Harald Isenstein: Bronzeschmuck am Grabstein der Eltern des Künstlers.

  19. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 176

    176 MUSIK Musik und die Juden. Von JOACHIM STUTSCHEWSKY (Wien). Seit Generationen ist die Kunst, insbesondere die Musik, dem Judentum in vieler Hinsicht sehr stark verpflichte…

  20. 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 177

    177 selbst, Täuschung der anderen. Er wurde schliesslich sich selbst entfremdet, sich selbst ein Rätsel. Ungeachtet des Ansehens und der Anerkennung, die dem führenden Musiker jüdischer Abstammung nicht versagt werden konnte, blieben ihm Wi…