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Jüdischer Almanach · 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 140

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5691 (1930-1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 140 (sequence 142)
Language
German
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140 Jahren ist der Jüngling reif zur Ch.« meint das Wort »Hochzeit« im allgemeinen. Immerhin haben sich im Talmud und Midrasch genug Stellen und Sprachwendungen erhalten, aus denen der ursprüngliche Sinn von Chuppa ersichtlich ist, und selbst in unserer Wunschform, die wir dem Knaben schon beim »Jüdischen« zurufen: ... .»so möge er auch einziehen (Kanas) zur Chuppa und zu guten Taten« — gibt sichs zu erkennen, dass die Chuppa ein Raum ist, in den man einzieht, während die jüdisch-deutsche Formel »unter die Chuppa gehen« (ä la unter die Haube kommen) schon den heutigen Zustand eines Zeltes voraussetzt. Mit den übrigen Hochzeitsriten können wir leichter fertig werden. Wir behandeln, wohlgemerkt, bloss die noch heute üblichen Riten, die also vor unseren Augen vor sich gehen, während wir die zahlreichen anderen Riten, besonders solche, die symbolisch auf die zahlreiche Nachkommenschaft zielen sollen, hier ausser Acht lassen. So hat man z. B. früher vor dem Brautpaare geröstete Sangen ausgestreut, um dessen Fruchtbarkeit anzudeuten. In gewissen Orten trug man den Brautleuten ein Hühnerpaar voran. Das vorhin erwähnte Verspeisen eines Huhnes dürfte ein Rest dieses Brauches sein. Das Bedecken, ein Akt, der vor der Trauung geübt wird, kommt in dieser Form im Talmud nicht vor, Es ist kaum mehr zu ermitteln, wo und zu welcher Zeit das Bedecken zuerst aufgekommen ist, und noch weniger kann man sagen, was der eigentliche Grund dafür ist bezw. was es symbolisieren soll. Dass er nämlich ein Tuch oder Schleier ist, auf welche man als Symbol der Fruchtbarkeit Hopfen oder Getreidekörner streut, ka'nn und braucht doch nicht zum »Bedecken« zu führen. Dass es ein Akt der Züchtigkeit sein soll — die Braut naht sich vorerst dem Bräutigam verhüllten Angesichts, wie es von Rebekka berichtet wird (Gen. 24, 65) — macht es nicht verständlich, warum das in der Synagoge geschieht und nicht schon zuhause, das heisst, dass die Braut sich gleich so kleidet. Es werden beim Bedecken als Segensformel die auf Rebekka bezüglichen Worte gesprochen: sollte

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