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Jüdischer Almanach · 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 147

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5691 (1930-1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 147 (sequence 149)
Language
German
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147 Tageblatt" 1913, Beilage „Der Zeitgeist" Nr. 3). Arnims brutale Gesinnung in der Judenfrage bewährt auch eine fragmentarische Novelle, die wohl zur Zeit des Itzig-Streites entstanden, aus dem jüngst versteigerten Nachlass des Dichters vom Weimarer Goethe- und Schillerarchiv erworben ist. Dort wird von einem Juden erzählt, der einen seine Braut verführenden Grafen zum Zweikampf herausfordernd, die lakonische — ebenso witzige wie rohe — Antwort erhält: „Juden gäbe er acht Prozent, aber keine Genugtuung." Indes enthält eben diese Novelle („Die Versöhnung in der Sommerfrische" ist sie überschrieben) ein interessantes Kapitelchen, in welchem der Dichter sine ira et studio wohlbedachte (religiöse und soziologische) Argumente wider die Emanzipation und Assimilation der Juden vorbringt, die er zeitlebens als Deutschlands inneren Feind ansah und bekämpfte. Überrascht nimmt man da wahr, dass seine Ablehnung gar nicht den echten und rechten Juden gilt, sondern jenen halbschlächtigen Gesellen, die gute Deutsche zu werden meinen, wenn sie nur schlechte Juden sind. Denn, so heisst es an anderer Stelle der Handschrift: „der Mensch soll nicht binden, was der Himmel getrennt hat, Juden und Christen." Der Standpunkt Arnims ist ohne Frage reichlich reaktionär. Und doch wird auch der heutige Leser manche unvergängliche Wahrheit finden in dem nachfolgenden, zwischen dem Autor und seinem Helden, dem zur Konversion entschlossenen Juden Raphael Rabuni, geführten „Gespräch", aus dem hier erstmals wesentliche Stellen aus der Handschrift abgedruckt sind. Gespräch über die Einbürgerung der Juden. Sie haben mich gekannt, sprach er, als ich von aussen frisch und glänzend wie eine reife Frucht, innerlich aber verdorben war, Sie haben mich damals durchschaut und wenn ihre Warnung mir auch damals vorüber gegangen schien wie ein Strom, vor dessen Kühle wir zurückschaudern, indem wir uns hineinstürzen sollten, so gedachte ich doch späterhin

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