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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 205

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1860
Issue
Heft 1
Date
1860-01-01
Page
Seite 205 (sequence 203)
Language
German
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205 Durch diesen Erlaß fühlten sich die Juden natürlich sehr beeinträchtigt und wußte es namentlich denjenigen, welche ohne eigenes Vermögen waren und sich bisher nur mit Hilfe der von Seiten einzelner christlicher Bürger ihnen gemachten Vorschüsse ernährt hatten, nachdem durch Verordnung des Rathes nunmehr ihre Geschäftsverbindung mit diesen aufgehoben war, völlig unmöglich sein, noch länger in Hannover ihren Unterhalt zu erwerben. Viele derselben verließen daher diese Stadt und mehrere von ihnen begaben sich nach Wunstorf, wo sie, wahrscheinlich weil man sie dort nicht dulden wollte und sie mit Bekehrungsversuchen belästigte, bewaffnet auf den Straßen einhergelaufen und mehreren Einwohnern die Fenster eingeworfen haben sollen. .,Jn dem darauf gehaltenen General- Consistorio war man der Meinung, daß man sie zwar in der Hoffnung, daß der eine oder der andere noch gewonnen werde, dulden, aber dahin sehen müsse, daß sie kein anderes und besseres Recht als andere Unterthanen hätten und durch Wucherei die Unterthanen nicht aussaugen könnten, besonders aber, daß sie keine Gotteslästerung trieben. Herzog Julius aber, der in Ansehung ihrer eine milde Denkungsart bewies, verlangte eine nähere Untersuchung jener Beschuldigungen". Belästigend für die Juden war auch ein Statut, welches in demselben Jahre die Altstadt Hannover gemacht hatte, nach welchem kein Bürger oder Inwohner in der Stadt geduldet werden sollte, der nicht der Augsburgischen Eonfession zugethan sei28). Ganz besonders verhängnißvoll jedoch für sämmtliche in den Braunschweig-Lüneburgischen Landen wohnenden Juden wurde der Regierungswechsel, welcher durch den am 3. Mai 1589 erfolgten Tod des humanen Herzogs Julius eintrat, da dessen Sohn und Nachfolger Heinrich Julius, zugleich postulirter Bischof von Halberstadt, sehr feindliche Gesinnungen gegen die Juden hegte. Bereits am 29. November 1589 hatten, wie Rhetmeyer in seiner Chronik pag. 1869 berichtet, Wolf Ernst, Graf zu Stolberg, wie auch

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