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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 218

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1860
Issue
Heft 1
Date
1860-01-01
Page
Seite 218 (sequence 216)
Language
German
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Manschen und Dinge wollen von einem gewissen Standpunkte aus betrachtet sein, wenn sie gehörig gewürdigt und anerkannt oder verdammt und verbannt werden sollen. Wie Bilder wollen sie ein gewisses Licht haben, um den gehörigen Effekt hervorzubringen. Die Geschichte muß auch den Umständen Rechnung tragen. „Wenn die reiche Ernte der Missethat in vollen Halmen steht, dann wird ein Schnitter sonder Beispiel gefordert," und die Geschichte kann nicht umhin, dem Manne die Gerechtigkeit widerfahren zu lassen daß er das gethan, was seines Amtes war. Persönlichkeiten, die über alle Zeiten und Geschlechter glorreich hervorragen, weil sie für alle segenreich gewirkt, gibt es nur sehr wenige, und die Namen dieser Männer, welche die Geschichte aufbewahrt, lassen sich an den Fingern abzählen. Je nach dem Standpunkte des Historikers, erscheint die Bedeutung Ferdinand II., welcher den Beinamen „der Katholische" trägt. Während Katholiken ihn mit einem Glorienschein umgeben und ihn bis zu den Sternen erheben, haben protestantische Schriftsteller ihn verurtheilt und sein Angedenken gebrandmarkt. Wir sind nicht so anmaßend, und haben auch nicht die Absicht, ein endgiltiges Urtheil über Ferdinand II. feststellen zu wollen; wir behandeln blos die Frage: Wie war Ferdinand H. gegen die Juden? Jene Zeit hat sich nicht damit beschäftigt die Judenftage

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