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19111914
  1. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 14

    „gebildeter" Mensch meiden müßte, — und liebt sie doch von Herzen. Es ist das geradezu ein Kulturparadox, und man könnte darüber lachen, wenn nicht die Gründe wie die Folgen dieser Erscheinung zu ernst wären. Es gibt nämlich nur zwei Gründe…

  2. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 15

    kann. Was nun aber meine Behauptung hinsichtlich des Interesses an einem solchen Besitze anlangt, so ist sie gleichfalls zu haSten. Selbst bei dem gegenwärtigen kulturellen Tiefstand in umsikalischer Beziehung verleugnet sich nicht das Bedü…

  3. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 16

    bekanntlich jede Merkwürdigkeit ihres Lehrplans mit der Bemerkung, der Schüler solle eine „allgemeine Bildung" erhalten. Darunter rechnet sie, wie ja nur selbstvertändlich, auch Kunstbildung und widmet — angeblich wenigstens — den bildenden…

  4. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 17

    nicht gut. Einige reproduktionstechnische Studien sind alles, wofür die Eltern sorgen. Im Hause wird bestenfalls von Eltern und Kindern zusammen „musiziert", d. h. ähnlich wie in der Schule, nur meist etwas besser, praktische Repnoduktionst…

  5. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 18

    und Elternhaus die Schaffung einer musikalischen Jugendkultur nicht zu erwarten ist. Andererseits ist aber klar, daß eine solche Jugendkultur unerläßlich notwendig ist, um die Verhältnisse zu ändern. Daraus folgt nun ebenso zwingend die unb…

  6. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 19

    sich wirklich einmal zeigen, da wird ihnen entgegengearbeitet. Anstatt daß die Schule selbst für die Ausbildung der körperliches musikalischen Anlagen der Kinder sorgt, muß der Direktor noch um seine Einwilligung gebeten werden, daß die Kur…

  7. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 20

    …mittel in Betracht, da außer der Haupt-Bildungsanstalt Dalcroze in Hellerau bei Dresden schon Zweiganstalten in Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., Kiew, London, Nürnberg, Petersburg, Prag, Warschau, Wien bestehen, zu deren von anerkannten Lehrkräft…

  8. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 21

    Verstandestätigkeit ist aber wiederum nur möglich auf der Basis eines gewissen Maßes von Wissen, dessen, was man musikalische Bildung im engeren Sinne nennt Uber die Erlangung dieses Wissens, durch „Kunstunterricht", wie er es nennt, hat si…

  9. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 22

    Wahrheit und Lüge Von E. B. Sachse, Bonn (Zu dem Aufsatz, von Walther Borgius in Nr. 10 des 1. Jahrg.) Wer die Jugend zur Wahrhaftigkeit erzieht, der macht sie zum Kampf ums Dasein untüchtiger. — Mit diesen Worten schließt Borgius seine Bet…

  10. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 23

    Nun aber der Arzt. Man stelle ihn sich genau vor: mf der Waffe der rettenden Lüge in Händen! Borgius, der bisher stets nur von „Interessen" gesprochen hat, vergißt hier, daß der Arzt nicht in Verfechtung seiner eigenen Interessen, sondern z…

  11. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 24

    heilige, konnte von Leuten befolgt werden, deren Bestreben es war, ihre Mitmenschen in Fesseln, in Fesseln des Geistes, zu schlagen. Wie aber die freideutsche Jugend? Steht nicht die Freiheit auf ihrem Banner? Will sie sich nkrht gerade fre…

  12. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 25

    finden. Wir haben zu wählen, ob wir uns verleugnen oder den Eltern einen unter Umständen tötlichen Schmerz bereiten sollen. Die Entscheidung wird hier ganz vom einzelnen Fall abhängen. Hüten wir uns aber, uns hinter diese Schanze %wgespiege…

  13. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 26

    jährliche Abiturienten - Aufklärungszauber. Verdächtig deshalb, weil das nach neunjährigem Gymnasialbetrieb das erstemal wäre, wo sich die Schule dazu herbeiließe, mal zu „klären". Ein solches Produkt pädagogischer Dunkelkammerarbeit liegt …

  14. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 27

    Termin festgelegt, vor welchem der Geschlechtsverkehr vom sittlichen Standpunkte nicht zulässig ist, das ist die Ehe. . . . Mit dieser Einschränkung kam das Sittengesetz der Natur zu Hüfe." Zu Hilfe! Hört! Hört! So ähnlich wie *ne Straf arb…

  15. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 28

    (Ich weise auf folgendes Machwerk hin: Dr. med. H. Mann, „Die Kunst der sexuellen Lebensführung vor der Ehe". Die Quintessenz ist die: man nähre sich von Wasser und Mehlpappe und trage an geeigneter Stelle ständig einen Eisbeutel mit sich. …

  16. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 29

    nen kann, das — nun, ein spießerhaft oberflächliches Urteil ist das. „Wenn unsere jungen Leute abstinent bleiben und außerehelichen Verkehr vermeiden, so werden sie ein hohes Liebesideal behaupten und sich selbst vor venerischen Krankheiten…

  17. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 30

    Seele ferner mit den höheren idealen Werten aus dem Gebiete der Geschichte, der Kunst . . Eine „phantasiereine" Bearbeitung von Bürgers Leonore hat uns der „Anfang" schon demonstriert. Es ist ja sehr bequem, die Jugend einzuführen „in die h…

  18. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 31

    Dumpf, salbungsvoll läßt sie ertönen: „Hygiene des Denkens, geistige Präservative, Tod der Phantasie!!" Und charakterisiert sich zum Schluß noch einmal in ihrer ganzen Geistigkeit. Aber schweigen wir davon. Was geht es uns noch an, wie hoch…

  19. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 32

    Bücher Selbstanzeige Manchmal kann es wirklich eine intellektuelle und moralische Nötigung sein, die einen Autor veranlaßt, sein Buch anzuzeigen. Wenn die Redaktion glauben sollte, daß dies in meinem Fall zutrifft, so möchte ich sie um die …

  20. 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 33

    finden, z. B. die, daß man nur ein in England äußerst selten getragenes Kleidungsstück, das dort sogenannte Dinner Jacket (auf Deutsch Smoking) anzuziehen brauche, um von jedem Engländer sofort als ein Gentleman betrachtet zu werden. Er wir…