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Der Anfang · 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 1 (Mai 1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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sich wirklich einmal zeigen, da wird ihnen entgegengearbeitet. Anstatt daß die Schule selbst für die Ausbildung der körperliches musikalischen Anlagen der Kinder sorgt, muß der Direktor noch um seine Einwilligung gebeten werden, daß die Kurse der D&lcroze-Anstalten besucht werden dürfen, und die Eltern haben üre Bedenken, „die Schule könnte leiden". Nein, lieber läßt man ein Organ des Kindes verkümmern und raubt ihm damit unzählige herrliche Genüsse. Oder ein anderer Fall: Ein sehr tüchtiger Musiker, der an einem hiesigen Gymnasium Gesangunterricht erteilte, gab vor kurzem diese Tätigkeit auf; der Grund, hörte ich, sei gewesen, daß er an der Ausgestaltung des Gesangmnerrichts zu einem Gehörsbildungskursus nach Muster der Eitzscfeen „Tonwortmethode" von vorgesetzter Seite gehindert wordea sei. So ist die Schule um Kunsterziehung bemüht . . . Nach diesen Angaben wiederhole ich noch einmal: Unsere Aufgabe ist groß und schwer, und von denen, die berufen sind, zu helfen, ist keine Hilfe, eher Hindernisse zu erwarten! Trotzdem! Es gibt heut bereits Mittel, sich, Liebe und Energie vorausgesetzt, eine musikalische Erziehung, einen musikalischen Kurturbesitz zu erwerben. Einige Hinweise darauf seien hier gegeben. Die musikalische Ausbildung, die erforderlich ist, um d^s Ziel einer musikalischen Kultur zu erreichen, muß sowohl der praktischen wie theoretischen Seite betrieben werden. Die praktische Erziehung muß die Entwicklung der natürlichen musikalischen Anlagen des Körpers anstreben, des rhythmischagogisch-dynamischen Sinnes und des Gehörs. Ersteres ist das Gefühl des Menschen für die Gliederung musikalischer Bewegung-. Jede Bewegung ist durch Ruhepunkte unterbrochen, die nazh Zeitdauer und Betonung verschieden wirken und den Prinzipien einer musikalischen Gravitations-(Gewichtsverteilungs-)lehre feigen; diese Prinzipien nennt man Rhythmus. Ein EinheitszeitmaS (Tempo) liegt meist der Bewegungsreihe zu Grunde, das aber auch nicht starr ist, sondern eine gewisse Variabilität besitzt, deren Ausnützung nach den Gesetzen der Agogik erfolgt. Die Kraftquelle der rhythmisch-agogischen Bewegungsreihe endlich ist das dynamische (akzentuierende) Element. Das Gefühl für die Gesetzmäßigkeit von Rhythmus, Agogik, Dynamik ergänzt das Gehör, das die Veränderungen und Kombinationen von Tonhöhe, absoluter Tonstärke und Klangfarbe aufnimmt und deren 10

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