Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 1 (Mai 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Termin festgelegt, vor welchem der Geschlechtsverkehr vom sittlichen Standpunkte nicht zulässig ist, das ist die Ehe. . . . Mit dieser Einschränkung kam das Sittengesetz der Natur zu Hüfe." Zu Hilfe! Hört! Hört! So ähnlich wie *ne Straf arbeit für die Natur, die nicht weiß, was sich gehört. Ich will mich bei dieser Verdrehung nicht aufhalten, also weiter im Text, dann braucht man sich die Mühe der Widerlegung gar nicht zu machen: ÄIm allgemeinen aber — das gebietet die unparteiische Berichterstattung hinzuzufügen — wurde die Verheiratung eines gesunden Mannes zwischen dem 25. und 30. Lebensjahre als das wünschenswerteste Ziel bezeichnet, das auch ich befürworten möchte." Damit ist eine Grundlage gegeben, auf der eine Diskussion möglich ist. Es ist anerkannt, daß es nicht im Wesen und Zweck des Sexuallebens begründet ist, wenn der Mann lange Jahre hindurch nicht die Möglichkeit hat, ein normales Liebesleben zu führen, wenn es ihm versagt ist, mit einem Menschen, den er fand, zusammenzuleben. Es ist damit ferner zugegeben, daß die mehr wie zehnjährige Altersdifferenz zwischen Eheganen im Grunde genommen eine Perversität ist, wenigstens als ailremeine, normale Erscheinung. Denn nun ist es prinzipiell gle: ungültig, ob man den frühesten Termin vielleicht noch herabsetzen kann. (Ich bemerke dabei, daß man sich an physiologische Griir.de nicht mit aller Gewalt klammern darf. Nach Wernich z. B. ergibt sich, daß, physiologisch genommen, eine Frau ihr erstes Kind im 24. Lebensjahre am vollkommensten gebären wird. Mit Recht zieht man daraus nicht die Konsequenz, daß die Frau erst mit 23 Jahren heiraten darf, weil eben noch andere Einflüsse im Spiele sind, ganz abgesehen davon, daß sich körperliche Entwicklung nicht auf bestimmte Jahre festlegen läßt.) Ich sage, es ist eine annehmbare Grundlage gegeben, ich gehe weiter: es ist das die Lösung des Problems. Denn: angesichts der Aussicht, daß zu einem ungezwungen gegebenen Zeitpunkte ein edles sexuelles Auswirken ermöglicht ist, angesichts dieser Gewißheit sinken selbstverständlich alle nur relativen Wert besitzenden, subsidiären Behelfe in sich zusammen. Darüber weitere Worte zu verlieren, scheint mir hier überflüssig. — Doch leider wird diese Grundlage gleich wieder verlassen: „Die Frage, ob es möglich ist, den Geschlechtstrieb herabzusetzen, muß unbedingt mit ja beantwortet werden." 27