Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 1 (Mai 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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(Ich weise auf folgendes Machwerk hin: Dr. med. H. Mann, „Die Kunst der sexuellen Lebensführung vor der Ehe". Die Quintessenz ist die: man nähre sich von Wasser und Mehlpappe und trage an geeigneter Stelle ständig einen Eisbeutel mit sich. Eine „Blüte" (S. 89): „Nicht hinter jeder Tasse Bouillon lauert die Unzucht; aber ich bin überzeugt, so mancher halbreife Backfisch hat seine ersten geschlechtlichen Regungen, so mancher Jüngling den Verlust seiner Reinheit und vielleicht seines Lebensglückes der elterlichen Suppenschüssel zu verdanken.") „Als ein ganz hervorragendes Mittel zur Erhaltung der geschlechtlichen Reinheit kann ich Ihnen nicht genug den Verkehr mit anständigen, fein gebildeten Damen empfehlen. Suchen Sie während Ihrer Studentenzeit geradezu den Zutritt in geistig hochstehende Familien mit wohlerzogenen Töchtern, die Sinn für die den Lebenswert erhöhenden idealen Güter haben." Nun, ich kann da mit einer persönlichen Erfahrung dienen. Ich habe einen guten Bekannten, der steht seit über drei Jahren mit einer „anständigen", „gebildeten" und „wohlerzogenen" „jungen Dame" in Verkehr. Und obwohl beide keineswegs hoffnungslos stumpfsinnig veranlagt sind, ist man über das Salonpuppen- und Tennisplatzmäßige nicht hinausgekommen. Der Erfolg des ganzen ist also gleich Null. Ein Abbruch der Beziehungen würde beiderseits kaum eine Lücke erzeugen, wobei ich natürlich absehe von rein gefühlsmäßigen Werten, die schon allein ein Verkehr von solcher Dauer im Gefolge hat. Damit wird auch das folgende hinfällig: „Zunächst wirkt nun der länger dauernde Verkehr mit diesen sittlich und an Bildung minderwertigen Frauenzimmern natürlich auch verschlechternd auf das sittliche und geistige Niveau des Mannes ein." Ich möchte doch stark bezweifeln, ob der Ideenaustausch über den bevorstehenden Münchener Karneval, den ich mit Fräulein Petronella einleite, wenn sie mich im Cafe Trinkl oder sonstwo bedient, ob der wirklich sich auch nur um winziges Bißchen von irgendeiner Ballsaalkonversation mit einer Töchterschulabsolventin mit Pensionatsdressur unterscheidet. — Und ob man schließlich die weiblichen Personen aus den sozial tieferstehenden Schichten, die einen aus wirtschaftlichen Tatsachen ableitbaren 'besonderen Moraistandpunkt haben, ob man die „sittlich minderwertig" nen- 28