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Der Anfang · 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 15

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Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 1 (Mai 1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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kann. Was nun aber meine Behauptung hinsichtlich des Interesses an einem solchen Besitze anlangt, so ist sie gleichfalls zu haSten. Selbst bei dem gegenwärtigen kulturellen Tiefstand in umsikalischer Beziehung verleugnet sich nicht das Bedürfnis sacfc Musik. Würde man sich denn mit der allgemein für werdos geltenden Schundmusik beschäftigen, wenn man nicht darin ekien notdürftigen Ersatz für das suchte, was einem durch ggsssäge Trägheit und musikalische Unerfahrenheit merkbar verloren glag? Und besuchen nicht viel mehr Leute die Oper als das Sdiauspiel, die Konzerte als die Vorträge? Könnte unser heutiger Konzertbetrieb sich nur eine Saison in dem tatsächlich bestehenden Umfange erhalten, wenn nicht dem ungeheuren Angebot auch eine recht beträchtliche Nachfrage gegenüberstände? Diese kiisxen Hinweise schon zeigen, welche enorme Rolle bei aller üreiralmr doch die Musik im Leben unserer Gebildeten spielt Und darum muß es anders werden. Nur ein vollständiges Fehlen jedes Interesses an musikalischen Dingen konnte das Fehlen musikalischen Kulturbesitzes erklären und entschieden — diese Erklärung und Entschuldigung ist aber nicht vonr—den.. Folglich besteht eine zwingende Notwendigkeit, diese Zuszkr.de zu ändern, eine Besitzergreifung der musikalischen Kulnirsene zu ermöglichen und herbeizuführen. II. Warum dies alles hier? Wozu im Blatte der Jugend die Lamentationen über die musikalische Verderbtheit der gehUderen Welt? Geht das die Jugend etwas an? Tua res agitur. Erstens sind die Jungen, die „Werdenden44, die Leidtragenden bei solchen Kulturzuständen, zweitens zber sind sie, die kommende Generation, in erster Linie Träger der Verpflichtung und auch der Möglichkeit, zu ändern. Darum heißt die wichtigste Frage der gegenwärtigen Musikpolitik: Wie kommen wir zu einer musikalischen Jugendkultur? Diese Sätze bedürfen einer näheren Ausführung. Die Hauptnachteile der herrschenden musikalischen Unbildung hat die Jugend insofern zu tragen, als kaum auf einem Gebiet ihre Erziehung so vernachlässigt wird wie in der Musik. Zunächst hätte die Schule sich darum zu kümmern. Sie rechtfertigt 15

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